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Willkommen zu Teil 8 der Eneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm als Arbeitsmittel für Autoren? Es gibt verdammt viele Wege, sich seinen Figuren schreibend zu nähern – die Typen des Enneagramms sind eine Spur dahin. Autorinnen wissen: Menschen und damit auch Figuren gibt es in allem möglichen Formen und Schattierungen – was sie meist interessant macht, sind ihre Fehler – und die beschreibt z.B. auch das Enneagramm ganz gut.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Heute kommt der Typ des Siebeners dran: der Abenteurer, die Enthusiastische, die Vielseitige.

Siebener hungern geradezu nach neuen Erfahrungen und probieren alles aus. Sie interessieren sich für alles und überhaupt jeden, zumindest auf den ersten Blick.

Gwineth Paltrow als Emma Woodhouse in der Verfilmung des Jane-Austen-Romans Emma

(Foto:madamepickwickartblog.com)

Emma Woodhouse liebt es, die Personen in ihrer Umwelt zu verplanen – mit komisch bis tragischen Ergebnissen.

Genauso Cher, ihre Urenkelin in der Komödie Clueless von Regisseurin Amy Heckerling – Pitch: Emma in der (Beverly-Hills) Highschool:

(Foto: juliastelzner.de)

Alicia Silverstone in Clueless

Die Siebener lieben es, Dinge zu planen: den Urlaub, die neue Wohnung, was man alle so machen könnte… ähm, die Ausführung muss man ja nicht unbedingt selbst in die Hand nehmen, oder? Ein neuer Job? Aber sicher. Ein neues Restaurant ausprobieren? Immer! Umziehen? Aber klar! Sie lieben es, sich alle Optionen offen zu halten – sich auf etwas Bestimmtes festzulegen, ist nicht so ihre Sache. Sie haben Angst, in einer bestimmten Lebenssituation kleben zu bleiben – deshalb schauen sie meist auf die sonnige Seite des Lebens und bleiben schön beweglich.

Eine Sieben ist glücklich, wenn sie aktiv sein und neue Dinge erleben kann.

Siebener brauchen Selbstbewusstsein und Optionen. Sie vermeiden Langeweile, Trauer und emotionale Schmerzen.

Klassischer Siebener: Per Pan!

(Foto: biberacher-schützenfest)

Gespielt hat ihn  (als Erwachsenen) noch ein Siebener, nämlich Robin Williams:

(Foto: ifdb.lv)

Was Siebener drauf haben, sind Visionen – sie tun die Dinge auf neue Art.

(Foto:mobilfunktalk.de)

Zu was ein Siebener fähig ist, hat in den letzten Jahren immer wieder Steve Jobs bei Apple gezeigt – immer neue Ideen – die viel Spaß bringen.

Der fatale Fehler der Siebener: Unersättlichkeit.

Was heißt das? Siebener sind Abenteurer: Sie wollen jede nur mögliche neue Erfahrung erlebenen, immer wieder neue. Siebener hassen es, „eingesperrt zu  sein“. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Lebenssituation oder ein Gedankengebäude wie „gute Manieren“, „Kommunismus“ oder Kehrwoche handelt. Deshalb gibt es bei ihnen immer Bewegung – sie tun alles, um sich nicht eingesperrt zu fühlen.

Hier noch zwei höchst attraktive Siebener:

(Foto: abc.ah-68) Cary Grant

und George Clooney:

(Foto: gofeminin.de)

Autorinnen wissen, was sie an den Siebenern haben – Siebener mischen immer wieder Romanhandlungen auf:

(Foto: en.wikipedia.org)

Da ist  die flippige Hundetrainerin Muriel aus dem Roman Die Reisen des Mr. Leary/The Accidental Tourist von Anne Tyler, die die apatische Hauptfigur aus ihrer Trauer zieht. Darstellerin  Gena Davis bekam für ihre Rolle in der Romanverfilmung damals einen Oscar.

Oder die scheinbar hohle Elle Woods aus Amanda Browns Natürlich Blond/Legally Blonde, die es als Juristin allen zeigt – in pink.

Foto: wikimedia.org)

Reese Witherspoon als Elle Woods in Legally Blonde.

Konflikte dieser ganz speziellen Siebener mit autokratischen Einsern oder ängstlichen Sechsern sind vorprogrammiert – und machen natürlich richtig Spaß!

Habt ihr noch Ideen zu den Siebenern? Immer zu!

 

Kathrin Sebens


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Willkommen zu Teil 7 der kleinen Enneagramm-Reihe für Autoren. ich stelle es hier als nützliches Werkzeug vor, um sich Figruen zu nähern.

Kurz zur Erinnerung: Das Enneagramm arbeitet mit neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern und ihren Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Sicht auf die Welt  – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Übrigens, ich benutze hier die männliche Form, weil sie kürzer ist. Natürich sind immer auch Frauen gemeint.

Typ Sechs – Der Loyale, der Skeptiker, der Ängstliche.

Diese Menschen kriegen die Arbeit getan. Sie sind sich immr der Regeln und Gesetze bewusst – und sie wollen sie auf jeden Fall einhalten – oder: Sie auf jeden Fall brechen (das ist der contra-phobische Sechser, der James Dean-Rebell, der keine Angst hat).

James Dean als Jett Rink in Giant nach dem Roman von Edna Ferber mit Elisabeth Taylor als Leslie Benedict

(Foto: http://www.filmreference.com)

Auf jeden Fall sind Sechser sehr loyal und immer auf der Suche, wo sich die Gefahr verstecken mag. Es ist gut, sie an der Seit und auf seiner Seite zu haben.

Ein typischer Sechser: Woody Allen mit Diane Keaton im Stadtneurotiker/AnnieHall

(Foto:http://www.jmberlin.de)

Sechser haben oft einen großen Sinn für Humor und viel Charm: das hilft ihnen, sich sicher zu fühlen in einer gefährlichen Welt.

Sechser sind glücklich, wenn sie sich sicher und beschützt fühlen

Der fatale Fehler der Sechser ist Angst und Furcht.

Sechster sind die Verteidiger, sie sind sich immer irgendeiner Gefahr bewusst und sorgen sich darum, wie sie damit umgehen sollen. Ihre größte Sorge ist, hilflos zu sein, sich und ihre Lieben nicht retten zu können.

Ein berühmter Verteidiger/Defender: J. Edgar Hoover, der Begründer der amerikanischen Bundespolizei F.B.I.

(Foto:www.cinemaretro.com)

Alles, das diese Sorge irgendwie anreizt oder zu einer Fliehen-oder -Kämpfen-Situation führt, wird zu einer Herausforderung für Sechser.

Noch ein Sechser-Defender: Richard Nixon

Seine Art, mit den Demokraten umzugehen führt zum Watergate-Skandal und letztlich zu seiner Amtsenthebung.

(Foto: http://www.shittheysay.com)

Ein Sechser, der die Angst auf die Spitze trieb: Der republikanische Senator Andrew McCarthy sorgte in den fünfziger Jahren mit seinem Ausschuss gegen unamerikanische Aktivitäten für Kommunistenjagd in den USA und ein allgemeines Angstklima

(Foto: http://www.tonypapard.info)

Die letzten drei Sechser zeigen, was passieren kann, wenn ein Sechser es mit der Angst zu tun bekommt.

Ansonsten gehören Sechser zum klassischen Repertoire, wenn es darum geht, Figuren zu schaffen:

Bert Lahr als der ängstliche Löwe im Zauberer von Oz/Wizard of Oz

Meg Ryan als Kanadierin Kate in French Kiss

(Foto: d2eosjbgw49cu5.cloudfront.net)

Die Kandierin Kate, die Meg Ryan in French Kiss spielt, ist eine typische Sechs: Sie hat Angst vorm Fliegen, sie sehnt sich danach, Wurzeln zu bekommen: die amerikanische Staatsbürgerschaft, ein Haus und einen Ehemann. Und natürlich verliert sie gleich in den ersten zehn Minuten so gut wie alles.

Das macht Sechser auch zu so dankbaren Figuren für Autorenwir und die Leser sehen einfach gerne zu, wie sie nach Wegen suchen, mit ihren Ängsten fertig zu werden. Und sie sind dabei einfach viel sympatischer als die chicen Dreier oder die Führertypen Marke Acht.

Fallen euch noch andere Sechser ein oder habt ihr Anmerkungen?

 

Kathrin Sebens

Willkommen zu Teil 6 meiner kleinen Enneagramm-Reihe. Man muss nicht an so etwas wie das Ennegramm „glauben“ – ich benutze es einfach als Werkzeug, wenn ich ein bisschen Unterstützung brauche. Dazu gibt es ja noch so viele andere Möglichkeiten, sich seinen Figuren zu nähern…

Nur noch einmal zur Erinnerung: Das Enneagramm arbeitet mit neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern und ihren Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Sicht auf die Welt  – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Der Fünfer-Typ ist der Beobachter, der Denker.

Er versenkt sich lieber hinter einem Buch, als draußen in der Welt in irgendetwas involviert zu werden. Die Fünfer halten sich gerne etwas zurück, bleiben gerne bei sich. Sie können wie verrückt etwas studieren, aber immer aus der Entfernung. Und sie teilen sich ihr Leben gerne auf: hier die Arbeit, da die Familie, ein Freund hier, eine Freundin da.

Sigmund Freud,  Forscher in den Tiefen der Seele, ein typischer Fünfer

(Foto: heartreport.blogspot.com)

Und noch ein Fünfer, der die Psychologie revolutioniert hat: Carl Gustav Jung

(Foto: laufbahnberatung.biz)

Fünfer sind stolz darauf, auch mit wenig auszukommen und sie achten sehr darauf, wie sie mit ihrer Zeit umgehen und dass ihr persönlicher Raum nicht verletzt wird. Materielles ist ihnen nicht so wichtig, solange sie alles haben, um die Studien zu verfolgen, die sie interessieren. Sie sind unabhängige Denker und an größeren Zusammenhängen und dem größeren Kontext interessiert. Sie haben allerdings Angst vor zuviel Nähe, oft befürchten Fünfer, von ihren und von den Emotionen anderer überrannt zu werden. Ein Fünfer kann ein Snob sein, aber er hat auch oft einen trockenen Humor.

Noch ein berühmter Fünfer: Albert Einstein

(Foto: jessen-thermografie.de)

Ein Fünfer ist glücklich, wenn er unabhängig sein kann und wenn er informiert ist.

Wovor Fünfer Angst haben: unnütz zu sein, hilflos oder unfähig.

Der Fatale Fehler der Fünfer ist Geiz.

Hört sich etwas bescheuert an. Was ist gemeint? Diese Beobachter und Denker sind einfach geizig mit ihrer wertvollen Zeit und ihrem persönlichen Raum. Ein Fünfer wäre einfach nicht glücklich, wenn er ständig sein Arbeitszimmer oder seinen Wohnraum mit irgendwelchen schnatternden anderen Mitmenschen teilen müsste.

Was sie total nervt, ist, wenn jemand alles aus ihnen herausholen will, etwa durch iigitt, eine romantische Bindung! Man kann sich die Konflikte vorstellen, wenn am Horizont eines Fünfers eine Drama Queen wie eine Vier auftaucht…

In Literatur gibt es einige Fünfer. Die berühmteste Fünfer-Figur ist Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Homes. Kühle Deduktion löst den Fall.

(Foto: images.wikia)

Die Ironie der Fünfer? Wer besäße die nicht besser als Dr. Gregory House?

Hugh Laurie als Gregory House, M.D.

(Foto: imageshack.us)

House ist zynisch, gemein, aber auch genial und im Zweifelsfall hilft er immer. Die Autoren haben sich mit seiner Figur tatsächlich ein Wortspiel mit seinem Vorbild Sherlock Holmes ausgedacht: Holmes (home = Haus, Heim) wird zu House (Haus). Auch dieser geniale Detektiv (der Krankheiten aufspürt statt Mörder) macht sich des Drogenmissbrauchs schuldig; statt Violine spielt Multitalent Hugh Laurie ausgezeichnet Klavier.

Im Film „Batman Begins“ ist der Held Bruce Wayne ein zurückgezogen lebender Fünfer.

Christian Bale als Bruce Wayne mit Morgan Freeman

(Foto: folow-me-now.com).com)

Um die Welt zu retten, verwandelt er sich in den Achter-Helden Batman (ein Achter ist ein Boss).

(Foto: fusedfilm.com)

Oder die weibliche Version von Cyrano de Bergerac Abby Barnes in der romantischen Komödie „Lügen haben kurze Beine/The Truth About Cats and Dogs“:

Janeane Garofalo als Abby Barnes (Foto: videodetective.com)

Abby gibt in ihrer Radiosendung kompetenten Rat in allen Hunde und Katzen-Angelegenheiten. Als einer der Ratsuchenden ihr näher kommt, gibt sie sich als ihre attraktive Nachbarin, ein etwas hohles Model, aus. Sie beobachtet alles gerne aus gebührender Entfernung – mit komischen Folgen. Und ihr fataler Fünfer-Fehler, nur ja niemanden in ihr Leben zu lassen, hat fast fatale Konsequenzen.

Neue Ideen zu Fünfern? Ich freue mich über Kommentare!

 

Kathrin Sebens

Im Kommentar von Nitya klang etwas sehr Wichtiges an, das eine Figur mit Hilfe des Enneagramms für´s Schreiben interessant machen kann:

(Foto: barbie-ken-kwick.de)

Ken und Barbie sind so schön voll kommen, wozu braucht meine Figur denn da Fehler? Es ist der Konflikt, Mädels ;).

Nitya schrieb: „Aus spiritueller Sicht geht es in allen neun Ausformungen immer um dasselbe: Wie vermeide ich die Erkenntnis meines ursprünglichen Seins?“

Es muss gar nicht mal so spirituell werden für Autoren. Mit dem Fehler kann die Figur schön nett in ihrer Komfortzone bleiben. Dreier schwindeln gern ein bisschen (oder auch mehr), um ihr Image aufrecht zu erhalten und Vierer tun manchmal alles, um ihre Vision am Leben zu erhalten oder das, was sie für die Wirklichkeit halten.

Und da liegt die Möglichkeit, viel Konflikt zu holen. Der Fehler wird diese Figur auch an ihren tiefsten Punkt führen. Die tragische Figur wird sich nicht ändern und untergehen, die anderen Figuren machen im Verlauf des Stoffs gewisse Änderungen durch.

Deswegen wird aus einem Schweinsbeutel kein Seidentäschchen, aber die Veränderung wird spürbar sein.

Kathrin Sebens

Wie sich an seine Figuren heranwagen? Manchmal hilft es, sich als Hilfe ein paar Systemen zu bedienen. Eines davon ist das Enneagramm, das ich hier in einer kleinen Blogreihe vorstellen möchte, wenn es darum geht, Figuren zu schaffen.

Nur kurz noch einmal zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

Heute geht es um Typ Vier, den Romantiker, Künstler und Individualisten.

TYP VIER, der Romantiker, der Künstler, der Individualist

Das sind Menschen, die das Drama lieben, auch Tragödien – und sie verlieben sich gerne. Sie haben vor Gefühlen überhaupt keine Angst, weil sie GROSSE Gefühle haben. Normal oder gewöhnlich zu sein, ist nicht ihr Ding – das wäre einfach zu flach. Sie schaffen wundervolle Visionen, wie das Leben sein könnte, ja wie es sein sollte. Manchmal stellen sie es sich richtig plastisch vor und ergötzen sich am Drama. Nichts ist großartig genug, lang genug, prächtig genug.

König Ludwig II. von Bayern mit seinem Neuschwanstein ist ein typischer Vierer (Foto: de.wikipedia.org)

Vierer träumen von der perfekten Liebe. Sie sind in ihrem Element, wenn es darum geht, einem bei Liebeskummer beizustehen.

(Foto: allmystery.de)

Michael Jackson ist ein typischer Vierer, genauso wie Prince:

(Foto: superfly.fm)

Auch ein Vierer mit einem dramatischen Leben ist die Schauspielerin und Sängerin Judy Garland:

Judy Garland als Dorothy im Zauberer von Oz (Foto: kolibri-imageberatung.de)

Der Fatale Fehler der Vierer ist: Neid

Diese Romantiker denken oft, das Leben wäre soo viel besser, wenn es nur ihrem idealen Skript folgen würde. Wenn es das nicht tut, beneiden sie die wundervolle Vision, die sie bei sich davon geschaffen haben. Vierer sorgen sich darum, verlassen zu werden, und dass ihr Leben irgendwie unzulänglich ist.

Großes Konfliktpotential haben wir, wenn ein Vierer denkt, dass er oder sie irgendwie etwas zu verlieren droht, das er braucht, um sich wohl zu  fühlen. Und merke: ein Vierer hat viel davon.

Ein klassischer Vierer ist die Figur Blanche Dubois in Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams.

Vivien Leigh in der Verfilmung des Tennessee Williams-Stücks als Blance Dubois (Foto: sojourner-in-the-21.com)

Die einstige Südstaaten-Schönheit Blanche hat bei ihrer Schwester Stella Zuflucht gefunden, nachdem der Südstaatenbesitz versteigert wurde und sie auch noch ihre Stelle als Lehrerin verloren hat. Konflikte gibt es zuhauf, vor allem, weil Blanche nicht mehr zwischen Realität und Illusion unterscheiden kann.

Auch Blanches Schöpfer, Tennessee Williams, ist ein Vierer:

(Foto: fotobucket.com)

Gibt es noch andere „klasssische“ Vierer, die euch einfallen? Kommentare?

Kathrin Sebens

Willkommen zu Teil 4 meiner kleinen Eneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm, wenn man sich aufmacht, etwas zu schreiben? Ich bin manchmal ziemlich faul – und manchmal will ich es, auch bei Figuren, ziemlich genau wissen. Menschen und damit auch Figuren kommen in allen Größen und formen, mit ganz verschiedenen Eigenschaften – und mit bestimmten, ganz individuellen Fehlern. Gerade die sind für Autoren von Interesse – sie bringen, na was wohl? Den Konflikt, den wir brauchen. Um sich Figuren auszudenken, gibt es alle möglichen dinge, die man sich einfallen lassen kann. Aber man muss ja, gerade bei nebenfiguren, nicht immer gleich das Rad neu erfinden.

Hilfe für Autoren, denen gerade aber so überhaupt nichts einfällt, bieten verschiedene Systeme. In Teil 4 der Enneagramm-Serie sind die Dreier dran, die Erfolgstypen und Macher, die Darsteller.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Noch einmal kurz etwas zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.  Das Folgende, wie auch die bisherigen Enneagramm-Typen, ist natürlich immer im Kontext zu sehen. jeder Mensch ist darüberhinaus so verschieden wie wir alle.

 

TYP DREI ist der Erfolgstyp, der Macher und Darsteller

 

Dreier sind sehr auf das richtige Image bedacht. Sie sind immer auf einer Bühne und geben, was die Situation verlangt. Wer jemanden für eine bestimmte Rolle braucht – ein Dreier füllt sie gerne aus.


Ein typischer Dreier: Tom Cruise

Dreier haben oft das Gefühl, nur geliebt zu werden, wenn sie erfolgreich sind, Karriere ist ihnen sehr wichtig.  Sie können gut organisieren und kommunizieren – und sie sind sehr effektiv.

Sie sind gute Manager, verstehen es aber auch gut, mal zu lügen, wenn´s dem Erfolg dient.

Noch ein Dreier: George W. Bush (Foto: wikipedia.org)

Egal, was um ihn herum passiert – wichtig ist dem Dreier,  richtig GUT auszusehen. Auch wenn sie nicht so toll aussehen – sie machen immer den Eindruck, sie täten´s.

Für die Dreier passt der amerikanische Spruch, der direkt aus Hollywood stammen könnte: „Du bist nie zu reich, zu blond oder zu schlank „.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt ;).

Ein Dreier in Aktion: Silvio Berlusconi (Foto: cdn1.beefco.com)

 

Was ist der Fatale Fehler der Dreier – was kann diesen Erfolgstypen in den Weg kommen?

 

Der fatale Fehler der Dreier: Täuschung und Schwindel

 

Die Dreier sind die Darsteller, die vor der ganzen Welt (und  wichtig:  auch vor sich selbst) eine Fassade errichten, um nur ja gut auszusehen.

Robert Redford als Jay Gatsby im gleichnamigen Film von 1974

(Foto: gabrielletenare.com)

 

Alles Fassade und Täuschung, wie bei Jay Gatsby, dem Millionär, der seine große Liebe beeindrucken will, dessen Reichtum aber auf Alkoholschmuggel basiert (Der Große Gatsby von F. Scott Fitzgerald).

Klar, dass so jemand entsetzt ist von der Idee, IN-kompetent zu sein. Das Schlimmste für einen Dreier ist, wenn er sein fabelhaftes Image verliert.

Nochmehr Ideen zu Dreiern? Immer her damit!

 

Kathrin Sebens

 

 

9 Typen und ihre Fehler: Teil 4 – Die Dreier: Erfolgstypen, Macher und Darsteller

 

Willkommen zu Teil 4 meiner kleinen Enneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm, wenn man sich aufmacht, etwas zu schreiben? Ich bin manchmal ziemlich faul und manchmal will ich es, auch bei Figuren, ziemlich genau wissen. Menschen und damit auch Figuren kommen in allen Größen und Formen, mit ganz verschiedenen Eigenschaften – und mit bestimmten, ganz individuellen Fehlern. 
 
Gerade die sind für  Autoren von Interesse – sie bringen, na was wohl? Den Konflikt, den wir brauchen. Um sich Figuren auszudenken, gibt´s alle möglichen Dinge, die man sich einfallen lassen kann. Aber man muss ja, gerade bei Nebenfiguren, nicht immer gleich das Rad neu erfinden ;).
 
Hilfe für Autoren, denen gerade aber so überhaupt nichts einfällt, bieten bestimmte Systeme.
In Teil 4 der Enneagramm-Serie sind die die Dreier dran, die Erfolgstypen und Macher, die Darsteller.

Noch einmal kurz etwas zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.  Das Folgende, wie auch die bisherigen Enneagramm-Typen, sind natürlich immer im Kontext gesehen. jeder Mensch ist darüberhinaus so verschieden wie wir alle.

 

TYP DREI ist der Erfolgstyp, der Macher und Darsteller

 

Dreier sind sehr auf das richtige Image bedacht. Sie sind immer auf einer Bühne und geben, was die Situation verlangt. Wer jemanden für eine bestimmte Rolle braucht – ein Dreier füllt sie gerne aus.

Dreier haben oft das Gefühl, nur geliebt zu werden, wenn sie erfolgreich sind, Karriere ist ihnen sehr wichtig. Sie können gut organisieren und kommunizieren – und sie sind sehr effektiv.

Sie sind gute Manager, verstehen es aber auch gut, mal zu lügen, wenn´s dem Erfolg dient.

Egal, was um ihn herum passiert – wichtig ist dem Dreier,  richtig GUT auszusehen. Auch wenn sie nicht so toll aussehen – sie machen immer den Eindruck, sie täten´s.

Für die Dreier passt der amerikanische Spruch, der direkt aus Hollywood stammen könnte: „Du bist nie zu reich, zu blond oder zu schlank „.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt ;).

 

Was ist der Fatale Fehler der Dreier – was kann diesen Erfolgstypen in den Weg kommen?

 

Der fatale Fehler der Dreier: Täuschung und Schwindel

 

Die Dreier sind die Darsteller, die vor der ganzen Welt (und auch vor sich selbst) eine Fassade errichten, um nur ja gut auszusehen.

 

Alles Fassade und Täuschung, wie bei Jay Gatsby, dem Millionär, der seine große Liebe beeindrucken will, dessen Reichtum aber auf Alkoholschmuggel basiert („Der Große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald).

Klar, dass so jemand entsetzt ist von der Idee, IN-kompetent zu sein. Das Schlimmste für einen Dreier ist, wenn er sein fabelhaftes Image verliert.

 

 

Frohe Weihnachten!

Wer Zeit und Lust hat, sich ab vom Weihnachtsgeschehen ein bisschen mit Tipps zum Schreiben zu beschäftigen – hier kommt Teil 3 der kleinen Enneagramm-Blog-Serie:

Es gibt verschiedene Wege, sich Figuren auszudenken.

Da kann man sich als Autorin manchmal Hilfe von Systemen holen, auf jeden Fall, wenn es um Nebenfiguren geht. Und bei den Hauptfiguren hilft es auch, finde ich. Deshalb diesmal Teil 3 der Enneagramm-Serie. Darin geht es um die Zweier, die Ernährer und Helfer.
Nur kurz noch mal zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.
(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

 

TYP ZWEI ist der Ernährer, Kümmerer, die Helferin, der Gebende

 

Zweier lieben es, sich um andere zu kümmern und sie lieben es, sich gebraucht zu fühlen. Sie scheuen keine Mühen, sich um jeden in ihrer Nähe zu kümmern. Sie richten ihre  Aufmerksamkeit immer mehr darauf, was andere brauchen und nicht was sie brauchen. Es ist tatsächlich so, dass sie oft ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen und dann dastehen und verletzt sind, weil “sie sich immer um alles kümmern alles für alle tun und niemand sich bedankt…“

Sie sind die Menschen, an die man sich wendet, wenn man Trost und Unterstützung braucht –“man kann sich immer die die gute xy verlassen” – Es gibt einfach niemanden, der besser darin ist, für andere Gutes zu tun.

Beispiele für Zweier:

Foto:epoch-times.de)

Mutter Theresa

oder Bischof Tutu:

(Foto: cadalyst.com)

Und ein Paradebeispiel aus Literatur und Film:

Melanie in „Vom Winde verweht“ (in der Verfilmung gespielt von Olivia de Haviland):

(Foto:commons.wikimedia.org)

Soweit ist an den Zweiern kein Fehler zu finden. Was aber ist der fatale Fehler der Zweier?

Der fatale Fehler der Zweier: Stolz

 

Diese Kümmerer und Ernährer sind stolz darauf, für die Menschen in ihrer Umgebung unersetzlich zu sein. Der Stolz liegt darin, notwendig zu sein. Das bedeutet, dass es das Schlimmste für einen Zweier ist, unnötig oder ersetzbar zu sein.

Ein Zweier, der nicht gebraucht wird – fühlt sich gequält. Ein Zweier, der sich unnötig und nicht gebraucht fühlt, kann unausstehlich werden oder passiv aggressiv.

Ich habe schon ein paar vergrätzte Zweier in meinem Leben erlebt und kann nur sagen : Oh. Oh.

Gibt es besondere Beispiele für zweier, die ihr kennt? Vorschläge?

 

Kathrin Sebens

Figuren springen einen ja manchmal als Autorin nicht gerade an. Vielleicht braucht man auch nur eine Idee für eine Nebenfigur. Und Konflikt soll es auch geben. Es gibt verschiedene Systeme, die sich mit psychologischem Hintergrund damit beschäftigen, wie Menschen gestrickt sind. Eines davon ist das Enneagramm. Deshalb möchte ich in einer kleinen Blogreihe die neun Typen des Enneagrams vorstellen.

Nur noch einmal zur Erinnerung: Beim Enneagramm geht es um neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem menschen dann eine der neun zahlen zugeordnet.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Typ Eins ist der Perfektionist

 

Das sind die Leute mit sehr hohen Standards und Ansprüchen an sich und die ganze Welt.

Da gibt es keine Frage darüber, was richtig und was falsch ist – es gibt keine Grauzone. Und es steht außer Frage dass Einser immer, tun, was das RICHTIGE ist.

Ihr Motto ist: „Ich arbeite daran, die unperfekte Welt zu einer perfekten zu machen.“ Sie streben zuerst mal danach, nicht kritisiert zu werden und dann, Recht zu haben.

In einer schwarz-weißen Welt, gehören sie immer zu den Guten. Grauzone? Welche Grauzone?

Sie stehen immer auf der Seite des Guten, Wahren und der Gerechtigkeit.

Einser sind: ordnungsliebend, zuverlässig,  diszipliniert,  „korrekt“, kritisch, pünktlich und meist gut vorbereitet.

Hier ein paar bekannte Einser:

Edmund Stoiber

(Foto: de-acadeic.ru)

Margaret Thatcher

(Foto: rp-online.de)

Konrad Adenauer war ein Einser

(Foto:sevenload.de)

und natürlich dieser Herr:

(Foto:spockvulcanapmid.org)

Mr. Spock!

Das sind alles Perfektionisten.

Und es gibt die „Advokaten“ unter den Einsern: Sie kämpfen für eine gute Sache und lassen sich nicht abbringen. Zwei Vertreterinnen sind z.B. die Schauspielerinnen Jane Fonda und Vanessa Redrave:

Jane Fonda (Foto:lupmac.ch)

Vanessa Redgrave

(Foto:gnepse.com)

Mit allen ihren Kanten sind die Einser, wie alle anderen Typen, nette Menschen.

Ein paar Fehler der Einser sind oben schon aufgetaucht. Hier kommt aber ihr fataler Fehler. Also der, der ihnen die meisten Probleme schafft.

Der fatale Fehler der EINSER: Zorn und Wut oder Groll.

Es sind die Perfektionisten, die richtig wütend werden, wenn sie – oder irgendwer sonst – nicht nach Perfektion strebt.

Was geht einer EINS am meisten auf den Keks, was macht sie wütend?

Unzuverlässigkeit. Seine eigene oder die von jemand anderem. Einser investieren sehr viel Energie in Themen wie Vertrauen – und da liegt sehr viel Konflikt 😉 .

Kathrin Sebens

Was treibt eine gute Geschichte an? Der Konflikt auf jeden Fall. Konflikte kommen in allen Arten und Sorten, vom Antagonisten bis zur Natur (Erdbeben, Schneesturm Eyjafjallajökull usw.).

Am besten kommt ein Konflikt aber, wenn er tief drinnen im Helden/der Heldin sitzt. Deshalb möchte ich ein bisschen etwas über einen Fehler der Heldin erzählen. Und zwar nicht den, dass sie gerne Gummibärchen isst. Peanuts.

Die Heldin sollte einen entscheidenden, einen fatalen Fehler haben.  Hört sich das seltsam an? Wenn sie die Heldin sein soll, dann müsste sie doch wundervoll sein? Und der Held doch auch…

(Foto: kwick.de)

Aber zwei einfach perfekte Menschen werden es ziemlich schwer haben, in Konflikte miteinander und mit ihrer Umwelt zu geraten. Barbie und Ken wären ein Beispiel.

Also Plastiktypen mit überhaupt keinem Problem.

Den besten, zwingendsten Konflikt bekommt man, wenn er aus dem Innern der Figuren kommt, wenn er IN der Figur liegt. Erst mal sind sie vielleicht sympatische Menschen (der Leser soll schließlich mit ihnen fühlen) aber sie brauchen am besten eine inneres Problem. Das heißt, wenn sie im Verlauf der Handlung wachsen sollen oder etwas lernen sollen. Hier im  Inneren der Figur findet man einen großen Schatz, wenn man sich auf die Suche nach Konflikten macht. Es gibt verschiedene Wege, sich da etwas auszudenken. Leichter fällt das mit ein paar psychologischen Grundlagen und auch mit Hilfe von Systemen.

Eines möchte ich in den nächsten Blogs vorstellen: Das Enneagramm.

(Foto: enneagrammschule-thiemann.de)

Beim Enneagramm geht es um neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

Darum sollen sich dann bestimmte Menschen so und nicht anders verhalten. Oh Mann, jeder Mensch soll nicht mehr Auswahl haben als ein Typ unter mal gerade neun Typen zu sein?! Das hört sich ganz schön simpel und einengend an.

Nun würde ich ja auch so ein System deshalb nur als Hilfsmittel benutzen.

Außerdem gibt es deshalb beim Enneagramm noch die Flügel, das sind die Ähnlichkeiten mit den jeweiligen Nachbar-Typen links und rechts. Jeder Enneagramm-Typ hat auch Eigenschaften eines benachbarten Typs. Und es gibt die sogenannten Pfeile.

Das steht in jedem guten Buch über Enneagramme. Das  sollte der nachlesen, der sich genauer über das Enneagram informieren will. Ich möchte in meiner kleinen Blogreihe erst mal nur die einzelnen Typen vorstellen – und was sie ticken lässt.

Das sind die neun Typen:

  • 1: Der Perfektionist
  • 2: Der Helfer/der Gebende
  • 3: Der Macher
  • 4: Der Romantiker/Künstler
  • 5: Der Beobachter/Denker
  • 6: Der Loyale/ der Skeptiker
  • 7: Der Vielseitige/der Abenteurer
  • 8: Der Boss
  • 9: Der Friedliebende

Und was wollen sie?

  • Die Eins: will gut sein/Recht haben/alles richtig machen
  • Die Zwei: will sich kümmern/nett sein/nachdenken
  • Die Drei: will bewundert werden/erfolgreich sein
  • Die Vier: will verstanden sein/sich ausdrücken
  • Die Fünf: will alleine zurechtkommen/informiert sein
  • Die Sechs: will sich sicher sein/behütet sein/sicher sein
  • Die Sieben: will Macht haben/Kontrolle haben
  • Die Neun: will sich´s leicht machen/Ruhe haben

Allein aus dem, was die Typen so wollen bzw. gerne hätten, kristallisieren sich schon einige Fehler und Konflikte mit den anderen Typen heraus.

Anmerkungen und Ideen dazu? Was sind eure Erfahrungen mit dem Enneagramm?

Beim nächsten Mal geht´ s weiter mit der EINS, der Perfektionistin.

 

Kathrin Sebens

Aber zwei einfach perfekte Menschen werden es ziemlich schwer haben, in Konflikte miteinander und mit ihrer Umwelt zu geraten. Barbie und Ken wäre ein Beispiel.

Also Plastiktypen mit überhaupt keinem Problem.
 
Den besten, zwingendsten Konflikt bekommt man wenn er aus dem Innern der Leute Figuren kommt wenn er IN der Figur liegt. Erst mal sind sie vielleicht sympatische Menschen (der Leser soll schließlich mit ihnen fühlen) aber sie brauchen am besten eine inneres Problem. Das heißt, wenn sie im Verlauf der Handlung wachsen sollen oder etwas lernen sollen.
 
Hier im  Inneren der Figur findet man einen großen Schatz, wenn man sich auf die Suche nach Konflikten macht.
 
Es gibt verschiedene ‚Wege, sich da etwas auszudenken.
 
Leichter fällt das mit ein paar psychologischen Grundlagen und auch mit Hilfe von Systemen. 
Eines möchte ich in den nächsten Blogs vorstellen: Das Enneagramm.
 

Ja, ja, ich weiß, die Grundpfeiler einer Geschichte sind Anfang, Mitte, Schluss; die Grundpfeiler sind 1. Akt, 2. Akt, 3. Akt.  Aber. Es fängt ja noch weiter vorne an.

Ich habe mal in grauer Vorzeit einen historischen Roman geschrieben. Alles genau recherchiert: Wer einen historischen Roman geschrieben hat, weiß, jedes Essen, jeder Gang aufs Klo (gab´ s das überhaupt?), den die Protagonistin macht, bedarf tagelanger, ja wochenlanger Recherchen. Das war alles vorhanden, ich kannte die Postkutschen-Verbindungen von Dover nach London im Frühjahr 1745 aus dem ff. Meine Heldin Emily war ein fröhliches Mädchen, und als Fehler hatte ich ihr ein leichtes Stottern (von allen Fehlern) angedichtet. Sie forschte in Sachen Heilpflanzen und wurde an einem bestimmten Punkt der Geschichte verheiratet. Am Ende verliebten sie und ihr Ehemann sich natürlich, aber vorher gab es einige Schwierigkeiten mit geflüchteten Jakobiten usw….

Der Knackpunkt war: Ich hatte nicht die Bohne einer Ahnung, was meine Heldin eigentlich wollte – und ich hatte es 320 Seiten lang noch nicht mal gemerkt.

Was wollte sie? Blumen erforschen, ihren Ehemann erobern, den Weltfrieden?

Hätte ich sie gefragt, wie man das als gute Autorin ja tun soll: „Was willst Du?“ hätte sie in ihrer fröhlichen Art nur gestottert: „Wweiß nnicht.“

Na toll. Und das war auch der Grund, warum der Roman noch immer in einer Schublade respektive auf einer Daten-CD liegt.

Das wäre schon einmal das Erste, das eine Figur braucht: ein Ziel.

Und einen Grund, warum sie da auf 250-500 Seiten herumrennt.

Und es braucht genug Widerstände, sonst wäre der Roman ja nur 20 Seiten lang:

„Herr Kommissar, hier ist die Leiche, und hier die Frau hat ihn umgebracht – sagt sie wenigstens.“ (Da erst würde es ja wieder interessant werden).

Ziel – Motivation – Konflikt als 3 Grundpfeiler? Noch mal: und was ist mit den 3 Akten? Anfang, Mitte, Ende? OK, alles ist richtig. Es hilft nur einfach enorm beim Schreiben einer Geschichte, eines Roman oder einer Kurzgeschichte, wenn man auf das Folgende Antworten hat:

Wer?                          =          Figur

Was?                         =          Ziel

Warum?                     =          Motivation

Warum nicht?            =          Konflikt

Eine Figur hat ein Ziel, weil sie/er motiviert ist, stößt aber auf Hindernisse.

Ein bestimmtes Buch hat vielleicht nicht jeder gelesen, es gibt aber Filme, die so gut wie jeder kennt. Also mal gucken, wie es Rick Blaine, gespielt von Humphrey Bogart, mit Ziel, Motivation und Konflikt geht:

Ziel, Motivation, Konflikt – zum Beispiel Casablanca:

„Casablanca“ ist die Geschichte vom Barbesitzer Rick Blaine (Humphrey Bogart) , der während des 2. Weltkrieges in Casablanca den angesagtesten Nachtclub der Stadt betreibt. Erzählt wird, wie er während der Nazi-Besatzung vom Zyniker zum Patrioten wird – weil er seine alte Liebe Ilsa Lund, (gespielt von Ingrid Bergmann) wieder trifft.

Die ausführliche Zusammenfassung hier:

http://www.imdb.de/title/tt0034583/plotsummary

Rick Blaine hat 2 Ziele. Er glaubt an so gut wie gar nichts, er lebt in gefährlichen Zeiten, mitten im Krieg. Er will verhindern, dass seine Bar geschlossen wird – sein Ziel Nr. 1.

Dann kommt seine Vergangenheit in der Gestalt von Ilsa Lund-Laslo in seine Bar hereinspaziert. Rick möchte Ilsa dafür bestrafen, dass sie ihn in Paris verlassen hat. Als er die Gefahr für Ilsa und ihren Helden-Mann erkennt, ändert sich sein Ziel.

Ihr zu helfen, könnte sein Geschäft gefährden, sein erstes Ziel. Jetzt muss er auf einem schmalen Grad wandern mit seinem zweiten Ziel – Ilsa auf den Flug in die Freiheit zu bekommen.

Was sein inneres Ziel angeht – da geht’ s Rick auch nicht rosig: Er würde gerne die Liebe wieder aufleben lassen, die ihn und Ilsa in Paris verbunden hat. Er möchte aber auch tun, was für die Welt gut ist. Ilsa und ihren Mann, auf den Flug zu bekommen ist das, was richtig ist.

Ricks verschiedene Ziele zwingen ihn, sich ständig zu entscheiden, harte Entscheidungen zu treffen.

Zurück zu Rick: Seine Ziele stehen in Konflikt miteinander: Hilft er Ilsa, kann das sein Geschäft gefährden. Er merkt aber, in was für einer Gefahr sie steckt (deshalb will er, dass sie im Flugzeug sitzen soll), das erhöht sein Mitgefühl und seinen Sinn für Verantwortung für die anderen Menschen, die ihn brauchen – dazu muss er aber seine Bar geöffnet halten – was uns wieder zu Ziel Nr. 1 bringt.

Warum will Rick die Liebe von Paris aufleben lassen?

Weil er immer noch verletzt davon ist, dass sie ihn verlassen hat.

Weil er sie, trotz all seiner Anstrengungen, sie zu vergessen,  immer noch liebt.

Warum sollte Rick etwas tun wollen, das für die Welt wichtig ist?

Weil er aus erster Hand sieht, was der Krieg mit den Menschen macht.

Weil er nicht länger distanziert zugucken kann, jetzt, wo jemand, für den er starke Gefühle hat, durch den Krieg leiden muss.

Rick ist eine vieldimensionale Figur mit vielen Widersprüchen – er verändert sich und entdeckt seinen „moralischen Kompass“ wieder.

Wie erarbeitet ihr Figuren – schreibt ihr einfach los oder macht ihr einen Plan?

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