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Willkommen zu Teil 8 der Eneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm als Arbeitsmittel für Autoren? Es gibt verdammt viele Wege, sich seinen Figuren schreibend zu nähern – die Typen des Enneagramms sind eine Spur dahin. Autorinnen wissen: Menschen und damit auch Figuren gibt es in allem möglichen Formen und Schattierungen – was sie meist interessant macht, sind ihre Fehler – und die beschreibt z.B. auch das Enneagramm ganz gut.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Heute kommt der Typ des Siebeners dran: der Abenteurer, die Enthusiastische, die Vielseitige.

Siebener hungern geradezu nach neuen Erfahrungen und probieren alles aus. Sie interessieren sich für alles und überhaupt jeden, zumindest auf den ersten Blick.

Gwineth Paltrow als Emma Woodhouse in der Verfilmung des Jane-Austen-Romans Emma

(Foto:madamepickwickartblog.com)

Emma Woodhouse liebt es, die Personen in ihrer Umwelt zu verplanen – mit komisch bis tragischen Ergebnissen.

Genauso Cher, ihre Urenkelin in der Komödie Clueless von Regisseurin Amy Heckerling – Pitch: Emma in der (Beverly-Hills) Highschool:

(Foto: juliastelzner.de)

Alicia Silverstone in Clueless

Die Siebener lieben es, Dinge zu planen: den Urlaub, die neue Wohnung, was man alle so machen könnte… ähm, die Ausführung muss man ja nicht unbedingt selbst in die Hand nehmen, oder? Ein neuer Job? Aber sicher. Ein neues Restaurant ausprobieren? Immer! Umziehen? Aber klar! Sie lieben es, sich alle Optionen offen zu halten – sich auf etwas Bestimmtes festzulegen, ist nicht so ihre Sache. Sie haben Angst, in einer bestimmten Lebenssituation kleben zu bleiben – deshalb schauen sie meist auf die sonnige Seite des Lebens und bleiben schön beweglich.

Eine Sieben ist glücklich, wenn sie aktiv sein und neue Dinge erleben kann.

Siebener brauchen Selbstbewusstsein und Optionen. Sie vermeiden Langeweile, Trauer und emotionale Schmerzen.

Klassischer Siebener: Per Pan!

(Foto: biberacher-schützenfest)

Gespielt hat ihn  (als Erwachsenen) noch ein Siebener, nämlich Robin Williams:

(Foto: ifdb.lv)

Was Siebener drauf haben, sind Visionen – sie tun die Dinge auf neue Art.

(Foto:mobilfunktalk.de)

Zu was ein Siebener fähig ist, hat in den letzten Jahren immer wieder Steve Jobs bei Apple gezeigt – immer neue Ideen – die viel Spaß bringen.

Der fatale Fehler der Siebener: Unersättlichkeit.

Was heißt das? Siebener sind Abenteurer: Sie wollen jede nur mögliche neue Erfahrung erlebenen, immer wieder neue. Siebener hassen es, „eingesperrt zu  sein“. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Lebenssituation oder ein Gedankengebäude wie „gute Manieren“, „Kommunismus“ oder Kehrwoche handelt. Deshalb gibt es bei ihnen immer Bewegung – sie tun alles, um sich nicht eingesperrt zu fühlen.

Hier noch zwei höchst attraktive Siebener:

(Foto: abc.ah-68) Cary Grant

und George Clooney:

(Foto: gofeminin.de)

Autorinnen wissen, was sie an den Siebenern haben – Siebener mischen immer wieder Romanhandlungen auf:

(Foto: en.wikipedia.org)

Da ist  die flippige Hundetrainerin Muriel aus dem Roman Die Reisen des Mr. Leary/The Accidental Tourist von Anne Tyler, die die apatische Hauptfigur aus ihrer Trauer zieht. Darstellerin  Gena Davis bekam für ihre Rolle in der Romanverfilmung damals einen Oscar.

Oder die scheinbar hohle Elle Woods aus Amanda Browns Natürlich Blond/Legally Blonde, die es als Juristin allen zeigt – in pink.

Foto: wikimedia.org)

Reese Witherspoon als Elle Woods in Legally Blonde.

Konflikte dieser ganz speziellen Siebener mit autokratischen Einsern oder ängstlichen Sechsern sind vorprogrammiert – und machen natürlich richtig Spaß!

Habt ihr noch Ideen zu den Siebenern? Immer zu!

 

Kathrin Sebens


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Willkommen zu Teil 7 der kleinen Enneagramm-Reihe für Autoren. ich stelle es hier als nützliches Werkzeug vor, um sich Figruen zu nähern.

Kurz zur Erinnerung: Das Enneagramm arbeitet mit neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern und ihren Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Sicht auf die Welt  – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Übrigens, ich benutze hier die männliche Form, weil sie kürzer ist. Natürich sind immer auch Frauen gemeint.

Typ Sechs – Der Loyale, der Skeptiker, der Ängstliche.

Diese Menschen kriegen die Arbeit getan. Sie sind sich immr der Regeln und Gesetze bewusst – und sie wollen sie auf jeden Fall einhalten – oder: Sie auf jeden Fall brechen (das ist der contra-phobische Sechser, der James Dean-Rebell, der keine Angst hat).

James Dean als Jett Rink in Giant nach dem Roman von Edna Ferber mit Elisabeth Taylor als Leslie Benedict

(Foto: http://www.filmreference.com)

Auf jeden Fall sind Sechser sehr loyal und immer auf der Suche, wo sich die Gefahr verstecken mag. Es ist gut, sie an der Seit und auf seiner Seite zu haben.

Ein typischer Sechser: Woody Allen mit Diane Keaton im Stadtneurotiker/AnnieHall

(Foto:http://www.jmberlin.de)

Sechser haben oft einen großen Sinn für Humor und viel Charm: das hilft ihnen, sich sicher zu fühlen in einer gefährlichen Welt.

Sechser sind glücklich, wenn sie sich sicher und beschützt fühlen

Der fatale Fehler der Sechser ist Angst und Furcht.

Sechster sind die Verteidiger, sie sind sich immer irgendeiner Gefahr bewusst und sorgen sich darum, wie sie damit umgehen sollen. Ihre größte Sorge ist, hilflos zu sein, sich und ihre Lieben nicht retten zu können.

Ein berühmter Verteidiger/Defender: J. Edgar Hoover, der Begründer der amerikanischen Bundespolizei F.B.I.

(Foto:www.cinemaretro.com)

Alles, das diese Sorge irgendwie anreizt oder zu einer Fliehen-oder -Kämpfen-Situation führt, wird zu einer Herausforderung für Sechser.

Noch ein Sechser-Defender: Richard Nixon

Seine Art, mit den Demokraten umzugehen führt zum Watergate-Skandal und letztlich zu seiner Amtsenthebung.

(Foto: http://www.shittheysay.com)

Ein Sechser, der die Angst auf die Spitze trieb: Der republikanische Senator Andrew McCarthy sorgte in den fünfziger Jahren mit seinem Ausschuss gegen unamerikanische Aktivitäten für Kommunistenjagd in den USA und ein allgemeines Angstklima

(Foto: http://www.tonypapard.info)

Die letzten drei Sechser zeigen, was passieren kann, wenn ein Sechser es mit der Angst zu tun bekommt.

Ansonsten gehören Sechser zum klassischen Repertoire, wenn es darum geht, Figuren zu schaffen:

Bert Lahr als der ängstliche Löwe im Zauberer von Oz/Wizard of Oz

Meg Ryan als Kanadierin Kate in French Kiss

(Foto: d2eosjbgw49cu5.cloudfront.net)

Die Kandierin Kate, die Meg Ryan in French Kiss spielt, ist eine typische Sechs: Sie hat Angst vorm Fliegen, sie sehnt sich danach, Wurzeln zu bekommen: die amerikanische Staatsbürgerschaft, ein Haus und einen Ehemann. Und natürlich verliert sie gleich in den ersten zehn Minuten so gut wie alles.

Das macht Sechser auch zu so dankbaren Figuren für Autorenwir und die Leser sehen einfach gerne zu, wie sie nach Wegen suchen, mit ihren Ängsten fertig zu werden. Und sie sind dabei einfach viel sympatischer als die chicen Dreier oder die Führertypen Marke Acht.

Fallen euch noch andere Sechser ein oder habt ihr Anmerkungen?

 

Kathrin Sebens

Willkommen zu Teil 6 meiner kleinen Enneagramm-Reihe. Man muss nicht an so etwas wie das Ennegramm „glauben“ – ich benutze es einfach als Werkzeug, wenn ich ein bisschen Unterstützung brauche. Dazu gibt es ja noch so viele andere Möglichkeiten, sich seinen Figuren zu nähern…

Nur noch einmal zur Erinnerung: Das Enneagramm arbeitet mit neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern und ihren Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Sicht auf die Welt  – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Der Fünfer-Typ ist der Beobachter, der Denker.

Er versenkt sich lieber hinter einem Buch, als draußen in der Welt in irgendetwas involviert zu werden. Die Fünfer halten sich gerne etwas zurück, bleiben gerne bei sich. Sie können wie verrückt etwas studieren, aber immer aus der Entfernung. Und sie teilen sich ihr Leben gerne auf: hier die Arbeit, da die Familie, ein Freund hier, eine Freundin da.

Sigmund Freud,  Forscher in den Tiefen der Seele, ein typischer Fünfer

(Foto: heartreport.blogspot.com)

Und noch ein Fünfer, der die Psychologie revolutioniert hat: Carl Gustav Jung

(Foto: laufbahnberatung.biz)

Fünfer sind stolz darauf, auch mit wenig auszukommen und sie achten sehr darauf, wie sie mit ihrer Zeit umgehen und dass ihr persönlicher Raum nicht verletzt wird. Materielles ist ihnen nicht so wichtig, solange sie alles haben, um die Studien zu verfolgen, die sie interessieren. Sie sind unabhängige Denker und an größeren Zusammenhängen und dem größeren Kontext interessiert. Sie haben allerdings Angst vor zuviel Nähe, oft befürchten Fünfer, von ihren und von den Emotionen anderer überrannt zu werden. Ein Fünfer kann ein Snob sein, aber er hat auch oft einen trockenen Humor.

Noch ein berühmter Fünfer: Albert Einstein

(Foto: jessen-thermografie.de)

Ein Fünfer ist glücklich, wenn er unabhängig sein kann und wenn er informiert ist.

Wovor Fünfer Angst haben: unnütz zu sein, hilflos oder unfähig.

Der Fatale Fehler der Fünfer ist Geiz.

Hört sich etwas bescheuert an. Was ist gemeint? Diese Beobachter und Denker sind einfach geizig mit ihrer wertvollen Zeit und ihrem persönlichen Raum. Ein Fünfer wäre einfach nicht glücklich, wenn er ständig sein Arbeitszimmer oder seinen Wohnraum mit irgendwelchen schnatternden anderen Mitmenschen teilen müsste.

Was sie total nervt, ist, wenn jemand alles aus ihnen herausholen will, etwa durch iigitt, eine romantische Bindung! Man kann sich die Konflikte vorstellen, wenn am Horizont eines Fünfers eine Drama Queen wie eine Vier auftaucht…

In Literatur gibt es einige Fünfer. Die berühmteste Fünfer-Figur ist Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Homes. Kühle Deduktion löst den Fall.

(Foto: images.wikia)

Die Ironie der Fünfer? Wer besäße die nicht besser als Dr. Gregory House?

Hugh Laurie als Gregory House, M.D.

(Foto: imageshack.us)

House ist zynisch, gemein, aber auch genial und im Zweifelsfall hilft er immer. Die Autoren haben sich mit seiner Figur tatsächlich ein Wortspiel mit seinem Vorbild Sherlock Holmes ausgedacht: Holmes (home = Haus, Heim) wird zu House (Haus). Auch dieser geniale Detektiv (der Krankheiten aufspürt statt Mörder) macht sich des Drogenmissbrauchs schuldig; statt Violine spielt Multitalent Hugh Laurie ausgezeichnet Klavier.

Im Film „Batman Begins“ ist der Held Bruce Wayne ein zurückgezogen lebender Fünfer.

Christian Bale als Bruce Wayne mit Morgan Freeman

(Foto: folow-me-now.com).com)

Um die Welt zu retten, verwandelt er sich in den Achter-Helden Batman (ein Achter ist ein Boss).

(Foto: fusedfilm.com)

Oder die weibliche Version von Cyrano de Bergerac Abby Barnes in der romantischen Komödie „Lügen haben kurze Beine/The Truth About Cats and Dogs“:

Janeane Garofalo als Abby Barnes (Foto: videodetective.com)

Abby gibt in ihrer Radiosendung kompetenten Rat in allen Hunde und Katzen-Angelegenheiten. Als einer der Ratsuchenden ihr näher kommt, gibt sie sich als ihre attraktive Nachbarin, ein etwas hohles Model, aus. Sie beobachtet alles gerne aus gebührender Entfernung – mit komischen Folgen. Und ihr fataler Fünfer-Fehler, nur ja niemanden in ihr Leben zu lassen, hat fast fatale Konsequenzen.

Neue Ideen zu Fünfern? Ich freue mich über Kommentare!

 

Kathrin Sebens

Wie sich an seine Figuren heranwagen? Manchmal hilft es, sich als Hilfe ein paar Systemen zu bedienen. Eines davon ist das Enneagramm, das ich hier in einer kleinen Blogreihe vorstellen möchte, wenn es darum geht, Figuren zu schaffen.

Nur kurz noch einmal zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

Heute geht es um Typ Vier, den Romantiker, Künstler und Individualisten.

TYP VIER, der Romantiker, der Künstler, der Individualist

Das sind Menschen, die das Drama lieben, auch Tragödien – und sie verlieben sich gerne. Sie haben vor Gefühlen überhaupt keine Angst, weil sie GROSSE Gefühle haben. Normal oder gewöhnlich zu sein, ist nicht ihr Ding – das wäre einfach zu flach. Sie schaffen wundervolle Visionen, wie das Leben sein könnte, ja wie es sein sollte. Manchmal stellen sie es sich richtig plastisch vor und ergötzen sich am Drama. Nichts ist großartig genug, lang genug, prächtig genug.

König Ludwig II. von Bayern mit seinem Neuschwanstein ist ein typischer Vierer (Foto: de.wikipedia.org)

Vierer träumen von der perfekten Liebe. Sie sind in ihrem Element, wenn es darum geht, einem bei Liebeskummer beizustehen.

(Foto: allmystery.de)

Michael Jackson ist ein typischer Vierer, genauso wie Prince:

(Foto: superfly.fm)

Auch ein Vierer mit einem dramatischen Leben ist die Schauspielerin und Sängerin Judy Garland:

Judy Garland als Dorothy im Zauberer von Oz (Foto: kolibri-imageberatung.de)

Der Fatale Fehler der Vierer ist: Neid

Diese Romantiker denken oft, das Leben wäre soo viel besser, wenn es nur ihrem idealen Skript folgen würde. Wenn es das nicht tut, beneiden sie die wundervolle Vision, die sie bei sich davon geschaffen haben. Vierer sorgen sich darum, verlassen zu werden, und dass ihr Leben irgendwie unzulänglich ist.

Großes Konfliktpotential haben wir, wenn ein Vierer denkt, dass er oder sie irgendwie etwas zu verlieren droht, das er braucht, um sich wohl zu  fühlen. Und merke: ein Vierer hat viel davon.

Ein klassischer Vierer ist die Figur Blanche Dubois in Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams.

Vivien Leigh in der Verfilmung des Tennessee Williams-Stücks als Blance Dubois (Foto: sojourner-in-the-21.com)

Die einstige Südstaaten-Schönheit Blanche hat bei ihrer Schwester Stella Zuflucht gefunden, nachdem der Südstaatenbesitz versteigert wurde und sie auch noch ihre Stelle als Lehrerin verloren hat. Konflikte gibt es zuhauf, vor allem, weil Blanche nicht mehr zwischen Realität und Illusion unterscheiden kann.

Auch Blanches Schöpfer, Tennessee Williams, ist ein Vierer:

(Foto: fotobucket.com)

Gibt es noch andere „klasssische“ Vierer, die euch einfallen? Kommentare?

Kathrin Sebens

Willkommen zu Teil 4 meiner kleinen Eneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm, wenn man sich aufmacht, etwas zu schreiben? Ich bin manchmal ziemlich faul – und manchmal will ich es, auch bei Figuren, ziemlich genau wissen. Menschen und damit auch Figuren kommen in allen Größen und formen, mit ganz verschiedenen Eigenschaften – und mit bestimmten, ganz individuellen Fehlern. Gerade die sind für Autoren von Interesse – sie bringen, na was wohl? Den Konflikt, den wir brauchen. Um sich Figuren auszudenken, gibt es alle möglichen dinge, die man sich einfallen lassen kann. Aber man muss ja, gerade bei nebenfiguren, nicht immer gleich das Rad neu erfinden.

Hilfe für Autoren, denen gerade aber so überhaupt nichts einfällt, bieten verschiedene Systeme. In Teil 4 der Enneagramm-Serie sind die Dreier dran, die Erfolgstypen und Macher, die Darsteller.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Noch einmal kurz etwas zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.  Das Folgende, wie auch die bisherigen Enneagramm-Typen, ist natürlich immer im Kontext zu sehen. jeder Mensch ist darüberhinaus so verschieden wie wir alle.

 

TYP DREI ist der Erfolgstyp, der Macher und Darsteller

 

Dreier sind sehr auf das richtige Image bedacht. Sie sind immer auf einer Bühne und geben, was die Situation verlangt. Wer jemanden für eine bestimmte Rolle braucht – ein Dreier füllt sie gerne aus.


Ein typischer Dreier: Tom Cruise

Dreier haben oft das Gefühl, nur geliebt zu werden, wenn sie erfolgreich sind, Karriere ist ihnen sehr wichtig.  Sie können gut organisieren und kommunizieren – und sie sind sehr effektiv.

Sie sind gute Manager, verstehen es aber auch gut, mal zu lügen, wenn´s dem Erfolg dient.

Noch ein Dreier: George W. Bush (Foto: wikipedia.org)

Egal, was um ihn herum passiert – wichtig ist dem Dreier,  richtig GUT auszusehen. Auch wenn sie nicht so toll aussehen – sie machen immer den Eindruck, sie täten´s.

Für die Dreier passt der amerikanische Spruch, der direkt aus Hollywood stammen könnte: „Du bist nie zu reich, zu blond oder zu schlank „.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt ;).

Ein Dreier in Aktion: Silvio Berlusconi (Foto: cdn1.beefco.com)

 

Was ist der Fatale Fehler der Dreier – was kann diesen Erfolgstypen in den Weg kommen?

 

Der fatale Fehler der Dreier: Täuschung und Schwindel

 

Die Dreier sind die Darsteller, die vor der ganzen Welt (und  wichtig:  auch vor sich selbst) eine Fassade errichten, um nur ja gut auszusehen.

Robert Redford als Jay Gatsby im gleichnamigen Film von 1974

(Foto: gabrielletenare.com)

 

Alles Fassade und Täuschung, wie bei Jay Gatsby, dem Millionär, der seine große Liebe beeindrucken will, dessen Reichtum aber auf Alkoholschmuggel basiert (Der Große Gatsby von F. Scott Fitzgerald).

Klar, dass so jemand entsetzt ist von der Idee, IN-kompetent zu sein. Das Schlimmste für einen Dreier ist, wenn er sein fabelhaftes Image verliert.

Nochmehr Ideen zu Dreiern? Immer her damit!

 

Kathrin Sebens

 

 

9 Typen und ihre Fehler: Teil 4 – Die Dreier: Erfolgstypen, Macher und Darsteller

 

Willkommen zu Teil 4 meiner kleinen Enneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm, wenn man sich aufmacht, etwas zu schreiben? Ich bin manchmal ziemlich faul und manchmal will ich es, auch bei Figuren, ziemlich genau wissen. Menschen und damit auch Figuren kommen in allen Größen und Formen, mit ganz verschiedenen Eigenschaften – und mit bestimmten, ganz individuellen Fehlern. 
 
Gerade die sind für  Autoren von Interesse – sie bringen, na was wohl? Den Konflikt, den wir brauchen. Um sich Figuren auszudenken, gibt´s alle möglichen Dinge, die man sich einfallen lassen kann. Aber man muss ja, gerade bei Nebenfiguren, nicht immer gleich das Rad neu erfinden ;).
 
Hilfe für Autoren, denen gerade aber so überhaupt nichts einfällt, bieten bestimmte Systeme.
In Teil 4 der Enneagramm-Serie sind die die Dreier dran, die Erfolgstypen und Macher, die Darsteller.

Noch einmal kurz etwas zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.  Das Folgende, wie auch die bisherigen Enneagramm-Typen, sind natürlich immer im Kontext gesehen. jeder Mensch ist darüberhinaus so verschieden wie wir alle.

 

TYP DREI ist der Erfolgstyp, der Macher und Darsteller

 

Dreier sind sehr auf das richtige Image bedacht. Sie sind immer auf einer Bühne und geben, was die Situation verlangt. Wer jemanden für eine bestimmte Rolle braucht – ein Dreier füllt sie gerne aus.

Dreier haben oft das Gefühl, nur geliebt zu werden, wenn sie erfolgreich sind, Karriere ist ihnen sehr wichtig. Sie können gut organisieren und kommunizieren – und sie sind sehr effektiv.

Sie sind gute Manager, verstehen es aber auch gut, mal zu lügen, wenn´s dem Erfolg dient.

Egal, was um ihn herum passiert – wichtig ist dem Dreier,  richtig GUT auszusehen. Auch wenn sie nicht so toll aussehen – sie machen immer den Eindruck, sie täten´s.

Für die Dreier passt der amerikanische Spruch, der direkt aus Hollywood stammen könnte: „Du bist nie zu reich, zu blond oder zu schlank „.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt ;).

 

Was ist der Fatale Fehler der Dreier – was kann diesen Erfolgstypen in den Weg kommen?

 

Der fatale Fehler der Dreier: Täuschung und Schwindel

 

Die Dreier sind die Darsteller, die vor der ganzen Welt (und auch vor sich selbst) eine Fassade errichten, um nur ja gut auszusehen.

 

Alles Fassade und Täuschung, wie bei Jay Gatsby, dem Millionär, der seine große Liebe beeindrucken will, dessen Reichtum aber auf Alkoholschmuggel basiert („Der Große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald).

Klar, dass so jemand entsetzt ist von der Idee, IN-kompetent zu sein. Das Schlimmste für einen Dreier ist, wenn er sein fabelhaftes Image verliert.

 

 

Frohe Weihnachten!

Wer Zeit und Lust hat, sich ab vom Weihnachtsgeschehen ein bisschen mit Tipps zum Schreiben zu beschäftigen – hier kommt Teil 3 der kleinen Enneagramm-Blog-Serie:

Es gibt verschiedene Wege, sich Figuren auszudenken.

Da kann man sich als Autorin manchmal Hilfe von Systemen holen, auf jeden Fall, wenn es um Nebenfiguren geht. Und bei den Hauptfiguren hilft es auch, finde ich. Deshalb diesmal Teil 3 der Enneagramm-Serie. Darin geht es um die Zweier, die Ernährer und Helfer.
Nur kurz noch mal zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.
(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

 

TYP ZWEI ist der Ernährer, Kümmerer, die Helferin, der Gebende

 

Zweier lieben es, sich um andere zu kümmern und sie lieben es, sich gebraucht zu fühlen. Sie scheuen keine Mühen, sich um jeden in ihrer Nähe zu kümmern. Sie richten ihre  Aufmerksamkeit immer mehr darauf, was andere brauchen und nicht was sie brauchen. Es ist tatsächlich so, dass sie oft ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen und dann dastehen und verletzt sind, weil “sie sich immer um alles kümmern alles für alle tun und niemand sich bedankt…“

Sie sind die Menschen, an die man sich wendet, wenn man Trost und Unterstützung braucht –“man kann sich immer die die gute xy verlassen” – Es gibt einfach niemanden, der besser darin ist, für andere Gutes zu tun.

Beispiele für Zweier:

Foto:epoch-times.de)

Mutter Theresa

oder Bischof Tutu:

(Foto: cadalyst.com)

Und ein Paradebeispiel aus Literatur und Film:

Melanie in „Vom Winde verweht“ (in der Verfilmung gespielt von Olivia de Haviland):

(Foto:commons.wikimedia.org)

Soweit ist an den Zweiern kein Fehler zu finden. Was aber ist der fatale Fehler der Zweier?

Der fatale Fehler der Zweier: Stolz

 

Diese Kümmerer und Ernährer sind stolz darauf, für die Menschen in ihrer Umgebung unersetzlich zu sein. Der Stolz liegt darin, notwendig zu sein. Das bedeutet, dass es das Schlimmste für einen Zweier ist, unnötig oder ersetzbar zu sein.

Ein Zweier, der nicht gebraucht wird – fühlt sich gequält. Ein Zweier, der sich unnötig und nicht gebraucht fühlt, kann unausstehlich werden oder passiv aggressiv.

Ich habe schon ein paar vergrätzte Zweier in meinem Leben erlebt und kann nur sagen : Oh. Oh.

Gibt es besondere Beispiele für zweier, die ihr kennt? Vorschläge?

 

Kathrin Sebens

Manchmal bin ich einfach auf der Suche nach Ideen oder ein paar neuen Schreibtipps. Da ist es immer gut, auf das wundervolle Blog von Scott Myers – www.gointotheStory.com

zu gehen. Myers ist ein altgedienter Drehbuchautor und gibt seit Langem an der University of North Carolina-Chapel Hill und an der UCLA Extension Schreibkurse.

Ich bin der Meinung, von Drehbuchautoren kann eine Buchautorin immer noch was lernen. Scott Myers macht in regelmäßigen Abständen eine kleine Drehbuch-Vorlesung (das Lesen ist einem hier selbst überlassen :).

Auf www.gointothestory.com gibt Myers diesmal die Links zum kostenlosen Download der  Drehbücher für ein paar Klassiker der romantischen Komödie.

Tag 1 ist Pretty Woman von J.F. Lawton gewidmet:

http://bit.ly/9M7y1y

Wer Pretty Woman noch nicht kennt, hier ist die Kurzzusammenfassung:

Ein Mann, der viel Geld damit macht, andere Stücke zu kaufen und zuzerstören, braucht für ein soziales Event eine Begleitung und mietet dafür eine schöne Prostituierte, die er getroffen hat … und verliebt sich in sie.

(Foto:boerse.bz)

Bei Tag 2 geht es um Love Actually von Richard Curtis: http://bit.ly/cjh8Kp

Love Actually / Tatsächlich Liebe folgt dem Leben von acht sehr unterschiedlichen Paaren – ihre Liebesgeschichten sind lose verbunden im verrückten vorweihnachtlichen London.

(Foto:myspace.com)

Und bei Tag 3 gibt es den Drehbuch-Download-Link zu einer der ersten romantischen Komödien: It Happened One Night mit Claudette Colbert und Clark Gable. http://bit.ly/drZqYX

(Foto: http://www.kultur-online.net)

Kurzusammenfassung: Eine verzogene Erbin läuft von ihrer Familie weg, um einen Playboy zu heiraten. Sie bekommt Hilfe von einem Mann, der in Wirklichkeit ein Reporter ist, der eine Riesengeschichte wittert – sich dann aber in sie verliebt.

Das lohnt sich auch heute noch -oder was meint ihr?

Ich muss mich hier outen. Ja es ist so: Ich mag romantische Komödien. Es ist so, seit ich irgendwann in den 70ern in einem der dritten Programme It Happened One Night mit  Claudette Colbert und Clark Gable gesehen habe.

Ein Zeitungsreporter, der eine tolle Story wittert, begleitet eine ausgerissene Millionärstocher auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit einem neureichen Playboy.

Sie merkt nicht, dass er ein Reporter ist und auf dem Weg zu ihrem Ziel erleben die  zwei einige Abenteuer on the road – und verlieben sich ineinander.

Romantische Komödien bekommen immer vorgeworfen, sie seien so vorhersehbar. Komisch, einem James Bond-Film wirft auch niemand vor, dass er vorhersehbar ist: Natürlich rettet James Bond mal wieder die Welt. Und Krimis? Natürlich wird der Mörder gefasst und unsere kleine Welt ist wieder etwas mehr in Ordnung als zu Beginn des Films/Romans.

Bei romantischen Komödien ist es ziemlich klar, wer wen am Ende bekommt.

(Foto: movie-infos.net)

So auch bei der kleinen Enkelin von It Happened One Night, Verlobung mit Hindernissen mit Amy Adams und Mathew Goode.

Die Frage hier, wie bei allen romantischen Komödien ist: OK, sie kriegen sich – Aber WIE?

Und, was noch dazu kommt: Bekomme ich , während ich die Figuren dabei beobachte, wie sie sich beharken, einen Eindruck, ob sie gemacht sind füreinander?

Oder sehe ich nur zwei verdammt attraktiven Stars dabei zu, wie sie die Leinwand füllen?

Zu Verlobung mit Hindernissen:

Amy Adams ist meiner Ansicht nach eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation: Da war die überkandiedelte Märchenbraut in Verzaubert, die leicht verhuschte Autorin in Julie und Julia, die übers Kochen und Bloggen zu sich selbst findet.

In Verlobung mit Hindernissen spielt Amy Adams die energische Innenarchitektin Anna, die sich nach 4 Jahren mit ihrem Chirurgen-Freund entschließt, ihm selbst einen Heiratsantrag zu machen. Das ist nach einer alten irischen Tradition alle vier Jahre in einem Schaltjahr möglich (darum heißt der Film im Original Leap Year -Schaltjahr).

Durch einen Sturm landet ihr Flieger nicht in Dublin, sondern in Wales und selbst als sie mit einem kleinen Boot nach Irland übersetzen kann, landet sie auf der falschen Seite der Insel. Dort ist sie gezwungen, sich ein Fortbewegungsmittel zu besorgen: Der einzige, der eine Art Taxi hat, ist der zynische, scheinbar in den Tag hinein lebende örtliche Gastwirt Declan (Mathew Goode). So fahren und laufen die zwei quer durchs Land und erleben einige Abenteuer, bis Anna vor ihrem Verlobten steht und nicht mehr weiß, wer der Richtige ist.

(Foto: rhein-zeitung.de)

Verlobung mit Hindernissen ist: vorhersehbar. Aber es gibt viele witzige Situationen, durch die die beiden Helden sich hangeln müssen und ich erlebe die Chemie zwischen den beiden Figuren, das gewissen Britzeln, dass es braucht, um die Liebesgeschichte glaubhaft zu machen.

Nur zum Vergleich:

Ich habe in diesem Jahr schon einige romantische Komödien gesehen, bei denen ich mich gefragt habe: Warum interessieren sich diese beiden attraktiven Menschen überhaupt füreinander?

(Foto:movie-village.com)

Bei Der Kautions-Cop (The Bounty Hunter) etwa spielen Jennifer Anniston und Gerard Butler ein Ex-Ehepaar. Nach viel Action gibt es am Ende Kuss und Schluss – aber ich weiß nicht, warum diese beiden wieder zusammen kommen sollten? Ich habe nur zwei verdammt attraktive Menschen zusammen laufen und sich anschreien sehen.

Bei Kautions-Cop sehe ich auch keine Veränderung bei den beiden Figuren.

(Foto: energy.de)

Anna und Declan in Verlobung mit Hindernissen verändern sich beide, haben das, was man einen „Character-Arc“ nennt: Aus der Perfektionistin wird eine Frau, die auch mal  fünfe gerade sein lassen kann und aus dem zynischen Mann, der seiner Frau nachtrauert, wird ein charismatischer Gastronom. Das mag sogar zu viel der Veränderung sein, aber man versteht es. Wie das im Einzelnen passiert, das macht dann bei aller Vorhersehbarkeit für mich den Spaß beim Sehen aus.

Was mögt ihr an romantischen Komödien – was turnt euch ab? Was sind eure Liebings-Filme und Romane in dem Genre?

Ich komme aus dem Urlaub in Italien und habe mir einen dieser neuen Klassiker geholt: eine Klimaanlagenerkältung. Zwei Stunden bei 30 Grad draußen und 16 Grad drinnen am St. Gotthard gestanden und in meinen Hals stach ein Küchenmesser von der Größe einer Machete und meine Nase gab ihre Tätigkeit komplett auf. Dafür lag in der Post ein Umschlag mit einer DVD aus England, die ich vor Wochen bestellt hatte: Die neue BBC-Verfilmung der Forsyte-Saga mit Damian Lewis (Life) und Gina McKee (Notting Hill).

Was hatte mich dazu verführt, mir eine Neuverfilmung von einer uralten TV-Serie aus England zu bestellen?

Nostalgie?

Auf jeden Fall, ich lag auf dem Sofa vor dem Fernseher, den Tee an meiner Seite und die DVD auf dem Weg ins Menü und ich hatte ein Déja vu:

(Foto:thetelevisionroom.blogsport.com)

Die erste Forsyte-Saga Verfilmung der BBC. Ich habe Leute sagen hören, sie hassten den Kram. Nun lässt sich gegen Galsworthys Familienroman erst mal überhaupt nichts sagen – es ist die englische Version unserer Buddenbrooks, die Geschichte einer bürgerlichen Familie, wie sie sich aufwärts bewegt in den Adel.

Wobei die eine Hälfte der Familie, repräsentiert durch den hagestolzen Soames, alles dem Besitz unterordnet, während die andere Hälfte, repräsentiert durch den Künstler Jolyon Forsyte, meist die Liebe siegen lässt. Dabei kommen dann einige unter die Räder, vor allem die schöne Irene, geheiratet und als Besitz behandelt von Soames, geliebt und später glücklich verheiratet mit Jolyon.

(Foto: televisionheaven.co.uk)

Hier gibt´s sogar eine ausführliche Webseite:

http://www.bamby.de/1973/73Forsyte00.htm

Die Forsyte-Saga war Mitte der 60er in Deutschland eine Sensation: „die erste Fernsehserie in Deutschland, die eine komplexe und durchgehende Handlung über 26 Folgen hatte.“

Ich bin als kleines Mädchen um den Fernseher gesprungen, als das lief, wahrscheinlich hat sich meine Mutter das Programm angeschaut. Ich erinnere mich an strenges Nordlicht (also Beleuchtung von oben) bei ausgeblichenem Bild ohne Kontraste. Sowas gibt es heute nur in Farbe in Daily Soaps. Und ich erinnere mich an zwei alte Schwestern, die ihre langen Nasen ständig in die Kamera hängten – und wie der gestrenge Soames es der schönen Irene (gesprochen: Eirini, bitte) immer hübsch schwer machte.

Schnitt.

(Foto: guardian.co.uk)

Die neue Verfilmung – x-Folgen auf 4 DVDs. Normalerweise ein echter Serien-Junkie-Horror. Wann soll man sich das denn alles noch ansehen? Nach der Arbeit?

Ich aber schnaufend auf meinem Sofa hab einfach alles durchgeguckt.

Damien Lewis kannte ich aus der TV-Serie Life. Da spielt er sehr eindrucksvoll eine Art Graf von Monte Christo bei der Polizei von L.A..

Wenn man bedenkt, dass der Mann ein Eton-Boy war:

Muss seine Jugend demnach im Frack verbracht haben – und das passt zur Rolle des scheinbar gefühlskalten Soames:

Soames Forsyte ist ein Paradebeispiel für einen Antagonisten – eine Figur, die man fälschlich einen echten Bösewicht nennen könnte: Er hält seine junge Frau gefangen wie einen wertvollen Vogel im Käfig. Er sorgt dafür, dass die Familiengeschäfte wie geölt laufen und kümmert sich um Schwager, die ihr Vermögen beim Roulette herauspulvern und einen Hausbau im Grünen, der alles in den Schatten stellen soll.

Diese Figur regelt zwar alles, die einzelnen Familienmitglieder zahlen dafür aber einen hohen Preis: mit ihrem Glück.

Soames ist also eine verklemmter Pfennigfuchser, der seine Frau quält?

Die Kunst von Damien Lewis als Soames Forsyte besteht darin, aufblitzen zu lassen, was noch in dieser Figur steckt: ein Mann, der verzweifelt liebt – zuviel liebt – und nicht weiß, wie er das zeigen soll. Er kann es auf keinen Fall gegenüber seiner ersten Frau Irene, eigentlich nur gegenüber seiner Tochter Fleur.

Empfohlen sei der Roman von John Galsworthy:

http://www.amazon.de/Die-Forsyte-Saga-John-Galsworthy/dp/3492239587/ref=sr_1_4?ie=UTF8&s=books&qid=1284019085&sr=8-4

in der deutschen, und, natürlich besser, in der englischen Originalversion:

http://www.amazon.de/Forsyte-Saga-Oxford-Worlds-Classics/dp/0199549893/ref=pd_cp_b_1

Soames ist ein guter Antagonist. Warum?

Ein guter Antagonist ist ja nicht einfach ein Bösewicht, der mal eben aus Lust böse ist, wie die Keystone Cops, die Charlie Chaplin jagen oder Jabba the Hutt aus Star Wars.

Wenn der Antagonist richtig gut (geschrieben) ist, dann hat er seine eigene Wahrheit: Er will das Richtige, genauso wie der Held. Soames will Besitz anhäufen. Er lebt für  „Besitz“ – wozu er auch seine Ehefrau Irene rechnet. Das ist etwas durchaus Positives für einen Vertreter der englischen Bourgeoisie im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Nur dass das, was der Antagonist will, vielleicht nicht unbedingt allgemein als richtig angesehen wird. In der Forsyte Saga ordnet Soames sein Besitzdenken allem unter und macht so richtig alle unglücklich, soweit es ihm gelingt.

Klasse – genau der Antagonist, den wir brauchen!

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