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Hier in der kleinen Reihe Roman-Baukasten geht´s diesmal um Figuren:
Hannibal Lector,
(Foto: hemator.files.wordpress.de)
Miss Marple
(Foto:ioff.de)
oder Scarlett O´Hara
(Foto: 1.bp.blogspot.com)
So langsam tauchen jetzt die Figuren aus eurem Projekt vor euren Augen auf – falls sie das nicht schon vorher getan haben.
OK, jetzt kann man im Projektordner für jede Hauptfigur eine Datei anlegen.
So.
Ganz wichtig ist, sich 3 Dinge zu überlegen:
Ziel-Motivation-Konflikt.
Leicht gesagt, oder? Es geht genauer gesagt, darum, sich folgendes zu fragen:
Was ist das Ziel der Figur? (Ziel)
Scarlett O´Hara will Ashley – und möglichst gut durch die Wirren des Sezessionskrieges kommen.
- Warum verfolgt sie es? (Motivation)
Miss Marple will Mörder fangen, weil… es ihr Spaß macht! Hannibal Lector tut es, weil er gerne Interessantes isst…
- Warum erreicht sie (die Figur) es (vorerst) nicht? (Konflikt)
Scarlett sieht sich mit einem Krieg zwischen Nord- und Südstaaten konfrontiert, Miss Marple mit dummen Polizisten und widerspenstigen Verdächtigen.
Blöde Fragen?
Vielleicht nicht. Ich habe mal mehrere hundert Seiten vor mich hin geschrieben, die zu nichts führten, weil… meine Heldin gar kein Ziel hatte.
Oder was meint ihr?
Scarlett O´Hara oder Miss Marple
Willkommen zu Teil 7 der kleinen Enneagramm-Reihe für Autoren. ich stelle es hier als nützliches Werkzeug vor, um sich Figruen zu nähern.
Kurz zur Erinnerung: Das Enneagramm arbeitet mit neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern und ihren Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.
Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Sicht auf die Welt – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.
(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)
Übrigens, ich benutze hier die männliche Form, weil sie kürzer ist. Natürich sind immer auch Frauen gemeint.
Typ Sechs – Der Loyale, der Skeptiker, der Ängstliche.
Diese Menschen kriegen die Arbeit getan. Sie sind sich immr der Regeln und Gesetze bewusst – und sie wollen sie auf jeden Fall einhalten – oder: Sie auf jeden Fall brechen (das ist der contra-phobische Sechser, der James Dean-Rebell, der keine Angst hat).
James Dean als Jett Rink in Giant nach dem Roman von Edna Ferber mit Elisabeth Taylor als Leslie Benedict
(Foto: http://www.filmreference.com)
Auf jeden Fall sind Sechser sehr loyal und immer auf der Suche, wo sich die Gefahr verstecken mag. Es ist gut, sie an der Seit und auf seiner Seite zu haben.
Ein typischer Sechser: Woody Allen mit Diane Keaton im Stadtneurotiker/AnnieHall
(Foto:http://www.jmberlin.de)
Sechser haben oft einen großen Sinn für Humor und viel Charm: das hilft ihnen, sich sicher zu fühlen in einer gefährlichen Welt.
Sechser sind glücklich, wenn sie sich sicher und beschützt fühlen
Der fatale Fehler der Sechser ist Angst und Furcht.
Sechster sind die Verteidiger, sie sind sich immer irgendeiner Gefahr bewusst und sorgen sich darum, wie sie damit umgehen sollen. Ihre größte Sorge ist, hilflos zu sein, sich und ihre Lieben nicht retten zu können.
Ein berühmter Verteidiger/Defender: J. Edgar Hoover, der Begründer der amerikanischen Bundespolizei F.B.I.
(Foto: http://www.cinemaretro.com)
Alles, das diese Sorge irgendwie anreizt oder zu einer Fliehen-oder -Kämpfen-Situation führt, wird zu einer Herausforderung für Sechser.
Noch ein Sechser-Defender: Richard Nixon
Seine Art, mit den Demokraten umzugehen führt zum Watergate-Skandal und letztlich zu seiner Amtsenthebung.
(Foto: http://www.shittheysay.com)
Ein Sechser, der die Angst auf die Spitze trieb: Der republikanische Senator Andrew McCarthy sorgte in den fünfziger Jahren mit seinem Ausschuss gegen unamerikanische Aktivitäten für Kommunistenjagd in den USA und ein allgemeines Angstklima
(Foto: http://www.tonypapard.info)
Die letzten drei Sechser zeigen, was passieren kann, wenn ein Sechser es mit der Angst zu tun bekommt.
Ansonsten gehören Sechser zum klassischen Repertoire, wenn es darum geht, Figuren zu schaffen:
Bert Lahr als der ängstliche Löwe im Zauberer von Oz/Wizard of Oz
Meg Ryan als Kanadierin Kate in French Kiss
(Foto: d2eosjbgw49cu5.cloudfront.net)
Die Kandierin Kate, die Meg Ryan in French Kiss spielt, ist eine typische Sechs: Sie hat Angst vorm Fliegen, sie sehnt sich danach, Wurzeln zu bekommen: die amerikanische Staatsbürgerschaft, ein Haus und einen Ehemann. Und natürlich verliert sie gleich in den ersten zehn Minuten so gut wie alles.
Das macht Sechser auch zu so dankbaren Figuren für Autoren- wir und die Leser sehen einfach gerne zu, wie sie nach Wegen suchen, mit ihren Ängsten fertig zu werden. Und sie sind dabei einfach viel sympatischer als die chicen Dreier oder die Führertypen Marke Acht.
Fallen euch noch andere Sechser ein oder habt ihr Anmerkungen?
Wie sich an seine Figuren heranwagen? Manchmal hilft es, sich als Hilfe ein paar Systemen zu bedienen. Eines davon ist das Enneagramm, das ich hier in einer kleinen Blogreihe vorstellen möchte, wenn es darum geht, Figuren zu schaffen.
Nur kurz noch einmal zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun”, gramma heißt “Modell”.
Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.
Heute geht es um Typ Vier, den Romantiker, Künstler und Individualisten.
TYP VIER, der Romantiker, der Künstler, der Individualist
Das sind Menschen, die das Drama lieben, auch Tragödien – und sie verlieben sich gerne. Sie haben vor Gefühlen überhaupt keine Angst, weil sie GROSSE Gefühle haben. Normal oder gewöhnlich zu sein, ist nicht ihr Ding – das wäre einfach zu flach. Sie schaffen wundervolle Visionen, wie das Leben sein könnte, ja wie es sein sollte. Manchmal stellen sie es sich richtig plastisch vor und ergötzen sich am Drama. Nichts ist großartig genug, lang genug, prächtig genug.
König Ludwig II. von Bayern mit seinem Neuschwanstein ist ein typischer Vierer (Foto: de.wikipedia.org)
Vierer träumen von der perfekten Liebe. Sie sind in ihrem Element, wenn es darum geht, einem bei Liebeskummer beizustehen.
(Foto: allmystery.de)
Michael Jackson ist ein typischer Vierer, genauso wie Prince:
(Foto: superfly.fm)
Auch ein Vierer mit einem dramatischen Leben ist die Schauspielerin und Sängerin Judy Garland:
Judy Garland als Dorothy im Zauberer von Oz (Foto: kolibri-imageberatung.de)
Der Fatale Fehler der Vierer ist: Neid
Diese Romantiker denken oft, das Leben wäre soo viel besser, wenn es nur ihrem idealen Skript folgen würde. Wenn es das nicht tut, beneiden sie die wundervolle Vision, die sie bei sich davon geschaffen haben. Vierer sorgen sich darum, verlassen zu werden, und dass ihr Leben irgendwie unzulänglich ist.
Großes Konfliktpotential haben wir, wenn ein Vierer denkt, dass er oder sie irgendwie etwas zu verlieren droht, das er braucht, um sich wohl zu fühlen. Und merke: ein Vierer hat viel davon.
Ein klassischer Vierer ist die Figur Blanche Dubois in Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams.
Vivien Leigh in der Verfilmung des Tennessee Williams-Stücks als Blance Dubois (Foto: sojourner-in-the-21.com)
Die einstige Südstaaten-Schönheit Blanche hat bei ihrer Schwester Stella Zuflucht gefunden, nachdem der Südstaatenbesitz versteigert wurde und sie auch noch ihre Stelle als Lehrerin verloren hat. Konflikte gibt es zuhauf, vor allem, weil Blanche nicht mehr zwischen Realität und Illusion unterscheiden kann.
Auch Blanches Schöpfer, Tennessee Williams, ist ein Vierer:
(Foto: fotobucket.com)
Gibt es noch andere “klasissische” Vierer, die euch einfallen? Kommentare?
Willkommen zu Teil 4 meiner kleinen Eneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm, wenn man sich aufmacht, etwas zu schreiben? Ich bin manchmal ziemlich faul – und manchmal will ich es, auch bei Figuren, ziemlich genau wissen. Menschen und damit auch Figuren kommen in allen Größen und formen, mit ganz verschiedenen Eigenschaften – und mit bestimmten, ganz individuellen Fehlern. Gerade die sind für Autoren von Interesse – sie bringen, na was wohl? Den Konflikt, den wir brauchen. Um sich Figuren auszudenken, gibt es alle möglichen dinge, die man sich einfallen lassen kann. Aber man muss ja, gerade bei nebenfiguren, nicht immer gleich das Rad neu erfinden.
Hilfe für Autoren, denen gerade aber so überhaupt nichts einfällt, bieten verschiedene Systeme. In Teil 4 der Enneagramm-Serie sind die Dreier dran, die Erfolgstypen und Macher, die Darsteller.
(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)
Noch einmal kurz etwas zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun”, gramma heißt “Modell”.
Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet. Das Folgende, wie auch die bisherigen Enneagramm-Typen, ist natürlich immer im Kontext zu sehen. jeder Mensch ist darüberhinaus so verschieden wie wir alle.
TYP DREI ist der Erfolgstyp, der Macher und Darsteller
Dreier sind sehr auf das richtige Image bedacht. Sie sind immer auf einer Bühne und geben, was die Situation verlangt. Wer jemanden für eine bestimmte Rolle braucht – ein Dreier füllt sie gerne aus.
Ein typischer Dreier: Tom Cruise
Dreier haben oft das Gefühl, nur geliebt zu werden, wenn sie erfolgreich sind, Karriere ist ihnen sehr wichtig. Sie können gut organisieren und kommunizieren – und sie sind sehr effektiv.
Sie sind gute Manager, verstehen es aber auch gut, mal zu lügen, wenn´s dem Erfolg dient.
Noch ein Dreier: George W. Bush (Foto: wikipedia.org)
Egal, was um ihn herum passiert – wichtig ist dem Dreier, richtig GUT auszusehen. Auch wenn sie nicht so toll aussehen – sie machen immer den Eindruck, sie täten´s.
Für die Dreier passt der amerikanische Spruch, der direkt aus Hollywood stammen könnte: „Du bist nie zu reich, zu blond oder zu schlank “.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt
.
Ein Dreier in Aktion: Silvio Berlusconi (Foto: cdn1.beefco.com)
Was ist der Fatale Fehler der Dreier – was kann diesen Erfolgstypen in den Weg kommen?
Der fatale Fehler der Dreier: Täuschung und Schwindel
Die Dreier sind die Darsteller, die vor der ganzen Welt (und wichtig: auch vor sich selbst) eine Fassade errichten, um nur ja gut auszusehen.
Robert Redford als Jay Gatsby im gleichnamigen Film von 1974
(Foto: gabrielletenare.com)
Alles Fassade und Täuschung, wie bei Jay Gatsby, dem Millionär, der seine große Liebe beeindrucken will, dessen Reichtum aber auf Alkoholschmuggel basiert (Der Große Gatsby von F. Scott Fitzgerald).
Klar, dass so jemand entsetzt ist von der Idee, IN-kompetent zu sein. Das Schlimmste für einen Dreier ist, wenn er sein fabelhaftes Image verliert.
Nochmehr Ideen zu Dreiern? Immer her damit!
9 Typen und ihre Fehler: Teil 4 – Die Dreier: Erfolgstypen, Macher und Darsteller
Willkommen zu Teil 4 meiner kleinen Enneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm, wenn man sich aufmacht, etwas zu schreiben? Ich bin manchmal ziemlich faul und manchmal will ich es, auch bei Figuren, ziemlich genau wissen. Menschen und damit auch Figuren kommen in allen Größen und Formen, mit ganz verschiedenen Eigenschaften – und mit bestimmten, ganz individuellen Fehlern.
Gerade die sind für Autoren von Interesse – sie bringen, na was wohl? Den Konflikt, den wir brauchen. Um sich Figuren auszudenken, gibt´s alle möglichen Dinge, die man sich einfallen lassen kann. Aber man muss ja, gerade bei Nebenfiguren, nicht immer gleich das Rad neu erfinden
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Hilfe für Autoren, denen gerade aber so überhaupt nichts einfällt, bieten bestimmte Systeme.
In Teil 4 der Enneagramm-Serie sind die die Dreier dran, die Erfolgstypen und Macher, die Darsteller.
Noch einmal kurz etwas zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun”, gramma heißt “Modell”.
Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet. Das Folgende, wie auch die bisherigen Enneagramm-Typen, sind natürlich immer im Kontext gesehen. jeder Mensch ist darüberhinaus so verschieden wie wir alle.
TYP DREI ist der Erfolgstyp, der Macher und Darsteller
Dreier sind sehr auf das richtige Image bedacht. Sie sind immer auf einer Bühne und geben, was die Situation verlangt. Wer jemanden für eine bestimmte Rolle braucht – ein Dreier füllt sie gerne aus.
Dreier haben oft das Gefühl, nur geliebt zu werden, wenn sie erfolgreich sind, Karriere ist ihnen sehr wichtig. Sie können gut organisieren und kommunizieren – und sie sind sehr effektiv.
Sie sind gute Manager, verstehen es aber auch gut, mal zu lügen, wenn´s dem Erfolg dient.
Egal, was um ihn herum passiert – wichtig ist dem Dreier, richtig GUT auszusehen. Auch wenn sie nicht so toll aussehen – sie machen immer den Eindruck, sie täten´s.
Für die Dreier passt der amerikanische Spruch, der direkt aus Hollywood stammen könnte: „Du bist nie zu reich, zu blond oder zu schlank “.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt
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Was ist der Fatale Fehler der Dreier – was kann diesen Erfolgstypen in den Weg kommen?
Der fatale Fehler der Dreier: Täuschung und Schwindel
Die Dreier sind die Darsteller, die vor der ganzen Welt (und auch vor sich selbst) eine Fassade errichten, um nur ja gut auszusehen.
Alles Fassade und Täuschung, wie bei Jay Gatsby, dem Millionär, der seine große Liebe beeindrucken will, dessen Reichtum aber auf Alkoholschmuggel basiert („Der Große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald).
Klar, dass so jemand entsetzt ist von der Idee, IN-kompetent zu sein. Das Schlimmste für einen Dreier ist, wenn er sein fabelhaftes Image verliert.
Ich komme aus dem Urlaub in Italien und habe mir einen dieser neuen Klassiker geholt: eine Klimaanlagenerkältung. Zwei Stunden bei 30 Grad draußen und 16 Grad drinnen am St. Gotthard gestanden und in meinen Hals stach ein Küchenmesser von der Größe einer Machete und meine Nase gab ihre Tätigkeit komplett auf. Dafür lag in der Post ein Umschlag mit einer DVD aus England, die ich vor Wochen bestellt hatte: Die neue BBC-Verfilmung der Forsyte-Saga mit Damian Lewis (Life) und Gina McKee (Notting Hill).
Was hatte mich dazu verführt, mir eine Neuverfilmung von einer uralten TV-Serie aus England zu bestellen?
Nostalgie?
Auf jeden Fall, ich lag auf dem Sofa vor dem Fernseher, den Tee an meiner Seite und die DVD auf dem Weg ins Menü und ich hatte ein Déja vu:
(Foto:thetelevisionroom.blogsport.com)
Die erste Forsyte-Saga Verfilmung der BBC. Ich habe Leute sagen hören, sie hassten den Kram. Nun lässt sich gegen Galsworthys Familienroman erst mal überhaupt nichts sagen – es ist die englische Version unserer Buddenbrooks, die Geschichte einer bürgerlichen Familie, wie sie sich aufwärts bewegt in den Adel.
Wobei die eine Hälfte der Familie, repräsentiert durch den hagestolzen Soames, alles dem Besitz unterordnet, während die andere Hälfte, repräsentiert durch den Künstler Jolyon Forsyte, meist die Liebe siegen lässt. Dabei kommen dann einige unter die Räder, vor allem die schöne Irene, geheiratet und als Besitz behandelt von Soames, geliebt und später glücklich verheiratet mit Jolyon.
(Foto: televisionheaven.co.uk)
Hier gibt´s sogar eine ausführliche Webseite:
http://www.bamby.de/1973/73Forsyte00.htm
Die Forsyte-Saga war Mitte der 60er in Deutschland eine Sensation: „die erste Fernsehserie in Deutschland, die eine komplexe und durchgehende Handlung über 26 Folgen hatte.“
Ich bin als kleines Mädchen um den Fernseher gesprungen, als das lief, wahrscheinlich hat sich meine Mutter das Programm angeschaut. Ich erinnere mich an strenges Nordlicht (also Beleuchtung von oben) bei ausgeblichenem Bild ohne Kontraste. Sowas gibt es heute nur in Farbe in Daily Soaps. Und ich erinnere mich an zwei alte Schwestern, die ihre langen Nasen ständig in die Kamera hängten – und wie der gestrenge Soames es der schönen Irene (gesprochen: Eirini, bitte) immer hübsch schwer machte.
Schnitt.
Die neue Verfilmung – x-Folgen auf 4 DVDs. Normalerweise ein echter Serien-Junkie-Horror. Wann soll man sich das denn alles noch ansehen? Nach der Arbeit?
Ich aber schnaufend auf meinem Sofa hab einfach alles durchgeguckt.
Damien Lewis kannte ich aus der TV-Serie Life. Da spielt er sehr eindrucksvoll eine Art Graf von Monte Christo bei der Polizei von L.A..
Wenn man bedenkt, dass der Mann ein Eton-Boy war:
Muss seine Jugend demnach im Frack verbracht haben – und das passt zur Rolle des scheinbar gefühlskalten Soames:
Soames Forsyte ist ein Paradebeispiel für einen Antagonisten – eine Figur, die man fälschlich einen echten Bösewicht nennen könnte: Er hält seine junge Frau gefangen wie einen wertvollen Vogel im Käfig. Er sorgt dafür, dass die Familiengeschäfte wie geölt laufen und kümmert sich um Schwager, die ihr Vermögen beim Roulette herauspulvern und einen Hausbau im Grünen, der alles in den Schatten stellen soll.
Diese Figur regelt zwar alles, die einzelnen Familienmitglieder zahlen dafür aber einen hohen Preis: mit ihrem Glück.
Soames ist also eine verklemmter Pfennigfuchser, der seine Frau quält?
Die Kunst von Damien Lewis als Soames Forsyte besteht darin, aufblitzen zu lassen, was noch in dieser Figur steckt: ein Mann, der verzweifelt liebt – zuviel liebt – und nicht weiß, wie er das zeigen soll. Er kann es auf keinen Fall gegenüber seiner ersten Frau Irene, eigentlich nur gegenüber seiner Tochter Fleur.
Empfohlen sei der Roman von John Galsworthy:
in der deutschen, und, natürlich besser, in der englischen Originalversion:
Soames ist ein guter Antagonist. Warum?
Ein guter Antagonist ist ja nicht einfach ein Bösewicht, der mal eben aus Lust böse ist, wie die Keystone Cops, die Charlie Chaplin jagen oder Jabba the Hutt aus Star Wars.
Wenn der Antagonist richtig gut (geschrieben) ist, dann hat er seine eigene Wahrheit: Er will das Richtige, genauso wie der Held. Soames will Besitz anhäufen. Er lebt für „Besitz“ – wozu er auch seine Ehefrau Irene rechnet. Das ist etwas durchaus Positives für einen Vertreter der englischen Bourgeoisie im ausgehenden 19. Jahrhundert.
Nur dass das, was der Antagonist will, vielleicht nicht unbedingt allgemein als richtig angesehen wird. In der Forsyte Saga ordnet Soames sein Besitzdenken allem unter und macht so richtig alle unglücklich, soweit es ihm gelingt.
Klasse – genau der Antagonist, den wir brauchen!


































