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Es ist mal wieder passiert: Ich habe mich über einen Film geärgert. Hätte aber genauso auch ein Buch sein können.
(Foto: kommunales-kino-pforzheim.de Kristin Scott Thomas und Sergi Lopez)
Ich sah neulich im Fernsehen den französischen Film “Die Affäre” der französischen Regisseurin Catherine Corsini. Der Film ist grundsätzlich wunderbar gemacht: französischer Süden, eindrucksvolle Darsteller, große, echte Gefühle.
Kristin Scott Thomas spielt die leicht frustrierte Hausfrau und Mutter Suzanne, die wieder ins Berufsleben einsteigen will. Beim Umbau des Hauses verliebt sie sich in den spanischen Bauarbeiter Ivan (Sergi López).
Sie haben eine leidenschaftliche Affäre, von der sie auch ihrem Ehemann erzählt. Es gibt gewalttätigen Ehestreit, Suzanne zieht aus, bekommt keine Arbeit, der Ehemann sperrt die gemeinsamen Konten. Suzanne sieht sich gezwungen, wieder nach Hause zu ihrem Mann zu ziehen, obwohl sie Ivan weiter liebt. Am Schluss erschießt sie ihren Ehemann mit einem Gewehr.
Mir war klar, hier habe ich es mit einer schönen französischen “amour fou”, einer verrückten Liebe(sgeschichte) zu tun – aber ich kam emotional in der zweiten Hälfte des Films nicht ganz mit.
Wie im Kasperletheater saß ich vorm Fernseher und gröhlte: “Ruf einen Rechtsanwalt an, Frau! Warum rufst du nicht einen Rechtsanwalt an? Dann bekommst du Alimente und musst auch deinen doofen Mann nicht erschießen.”
Es hatte mich schlicht aus der Kurve getragen, ich konnte dem Film nicht mehr mit Empathie folgen.
Fernsehen mag ja oft blöd sein, aber manchmal gibt es da gute Ideen, die Autoren beim Schreiben weiterhelfen. Oft geht es nur um ein, zwei Sätze.
(Foto: fiftiesweb.com, Tom Sellek als Magnum mit seinen Freunden Larry Manetti als Orville “Rick” Wright (links) und Theodore Calvin als T.C.)
In der TV-Serie “Magnum” ließen die Autoren immer den Barbesitzer und Freund Rick auftreten, wenn es Stoffprobleme gab. Rick fragte dann immer genervt “Magnum, warum hast du nicht einen Rechtsanwalt gefragt?” Dann konnte Magnum kurz oder lang und breit erklären, warum das nicht ging – und die Sache war (meistens) im Lot.
Die “Shrek”-Autoren Terry Rossio & Ted Elliott nennen diese skeptische Figur, die den Helden wegen seiner unlogischen Handlungsweise konfrontiert, sogar “die Rick-Figur” – nach Rick in “Magnum”.
Kleiner Dreh, große Wirkung.
Habt ihr andere Beispiele?
Wobei es ja auch noch die Unterdrückung der Ungläubigkeit gibt, “suspension of disbelief”, aber davon ein anderes Mal.
Genauso interessant wie Figuren sind Archetypen.
Manchmal lese ich Figuren in einem Roman, die wirken einfach flach, wie aus altem Papier ausgerissen.
Und dann begegnen mir wieder in einem ganz simplen Geschichte wie “Schlaflos in Seattle“ eine Figur, die ich witzig finde. (Ich werde hier im Blog vor allem auch Filmbeispiele benutzen, weil die schicht weiter bekannt sind).
(Foto: http://www.altfg.com)
Warum es in “Sleepless” komische Archetypen gibt, dazu mehr im nächsten Blog.
Manchmal treten sie wirklich nur für eine kurze Zeit auf, haben eine Szene. Und trotzdem sind sie wichtig.
Der Grund, warum diese Figuren bei uns so einen Eindruck, vielleicht auch nur unbewusst, hinterlassen: Sie sind sogenannte Archetypen.
Mehr dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Archetypus
Setze ich sie beim Schreiben in einer Geschichte ein, bekommt sie in jedem Fall mehr Tiefe.
Ein Archetyp ist erst zuerst einmal eine Rolle, die eine bestimmte Figur in einer Geschichte spielt. C.G. Jung sagte, Archetypen sind Teil des kollektiven Unbewussten http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektives_Unbewusstes, etwas, das alle Menschen gemeinsam haben, egal, aus welcher Kultur sie kommen.
Deshalb können wir sie als Autoren auch so gut gebrauchen. Es gibt einer Figur einen stärkeren Hintergrund und eine größere Bedeutung, als wenn es einfach nur eine alte Frau ist, die der Heldin einen Apfel mitgibt.
(Foto: fr-online.de)
Wer mehr über Archetypen erfahren will:
Damit haben sich z.B.
C.G. Jung http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung
und der Mythenforscher Joseph Campbell http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Campbell
befasst.
In loser Folge werde ich auf www.autorencafe .com ein bisschen über Archetypen bloggen.
Wo geht´s los?
Natürlich mit der Hauptfigur, dem Helden und der Heldin:
Held – Heldin
Mit ihr/ihm wollen wir uns als Leser identifizieren, mit seinen/ihren Stärken und Schwächen – und mit dem, was er oder sie lernt.
Hier möchte ich kurz sagen, dass für mich der Held/die Heldin nicht gleich jemand ist, der heldenhaft handelt – es ist für mich im weiteren einfach die Hauptfigur, die Protagonistin.
Und es gibt oft den Anti-Helden : z.B. Rick in Casablanca:
(Foto: doktormacro.com)
Rick ist nicht jung und schön, und er ruft auch nicht gleich: “Wo ist das Schwert für die nächste Aventiure!” Zunächst.
Noch Fragen und Vorschläge?
Keiner weiß irgendwas? Und das sollen Schreibtipps sein?!
Nobody Knows Anything ist ein Satz aus den sehr empfehlenswerten Memoiren “Adventures In The Screentrade” des Hollywood-Autors William Goldman:
(Foto: wikipedia.com)
Wer sich dafür interessiert – sein Buch hat es übrigens sogar zu einem Wikipedia-Eintrag gebracht:
http://en.wikipedia.org/wiki/Adventures_in_the_Screen_Trade
Wenn der Autor von einem so einem bestechenden Werk wie dem Watergate-Thriller “All The Presidents Men” (“Die Unbestechlichen” mit Dustin Hoffman und Robert Redford) und “Butch Cassidy und Sundance Kid” das sagt, will das schon was heißen.
Im Ernst: Wer jetzt vor seinen Ordnern, Fotos, Notizen, Tagebüchern und einer Menge Ideen sitzt, hat verdammt viele Möglichkeiten – und das Schöne ist: Keine ist falsch!
Wie die amerikanische Autorin und Schreib-Coach Holly Lisle
sagt: Man kann eine Idee aus ganz verschiedenen Richtungen her ausarbeiten:
z.B. vom Aufbau her
von einer Struktur (z.B. 365 Rezepte in 365 Tagen)
von den Figuren
von einer Welt (man denke an Harry Potter)
- und von ganz vielen anderen Blickwinkeln.
Meistens arbeite ich jetzt an mehreren “Arbeitstischen” gleichzeitig:
Ich habe eine Figur im Kopf und fange an, zu recherchieren. Sie soll z.B. Jurist sein. Jetzt merke ich bei der Recherche, “hey, die meisten Juristen sind ganz anders, als ich mir meine Figur gedacht habe”. Ändere ich ihn – oder wird er gerade dadurch, dass er anders als der Rest seiner Profession ist, so interessant?
Zum Thema Figuren, habe ich bereits ein paar Blogs geschrieben – einer der Wege, sich seinen Figuren zu nähern, ist z.B. das Enneagramm:
Die erste Folge findet sich hier:
Die Autoren-Geister scheiden sich ja in Vielem beim Schreiben, so auch bei der Wahl der Mittel zu diesem Zeitpunkt:
Es gibt grob gesehen zwei Lager:
Die Intuitiven, die einfach losschreiben und gucken, was passiert (ich persönlich habe eine Datei dafür, die ich “Doodle” nenne, einfach herumspielen). Und dann gibt es die Planer, auch Plotter (von Plot = Handlung) genannt. Sie planen jetzt die Struktur der Geschichte.
Ein gewisser Bauplan empfiehlt sich sich übrigens – beim Schreiben eines Romans ist es ein bisschen wie beim Hausbau -ohne Bauplan könnte man feststellen, dass es keine Tür zum Garten oder – oh Gott! – kein Klo gibt).
Ich will hier erst mal nur einen Überblick über die vielen Wege zum Plot geben. Deshalb hier erst mal ein paar Links zu den Hauptwegen, einen Plot zu bauen.
Zuerst zu Plot/Handlung bei Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Handlung_(Erz%C3%A4hlkunst)#Grundformen_der_Handlung
Dann ist da die 3-Akt-Struktur, die nicht nur für Theaterstücke, sondern auch für Romane gilt. Autor Write-x schreibt zwar, wie er sagt, noch nicht so lange, aber seine Abbildung des 3-Akt-Modells ist finde ich , schön anschaulich:
http://pagewizz.com/storyaufbau-mit-der-drei-akte-struktur/
Dann gibt es die uralte Reise des Helden, bekannt geworden durch den Mythenforscher Joseph Campbel und den Filmemacher George Lucas, der sie für seine Star Wars-Filme verwandt hat. So gut wie jeder Disneyfilm basiert übrigens auch darauf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heldenreise
Gibt´s noch andere Handlungsmodelle, die ihr empfehlt und mit denen ihr gute Erfahrungen gemacht habt?
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OK, also ich habe ein neues Projekt und ich bin immer noch beim Brainstormen, bei der Stoff- und Ideensammlung. Ich weiß ja nicht, wie´s anderen Autoren und Autorinnen geht, aber ich fühle mich immer ganz wohl, wenn ich meine Arbeitswerkzeuge zur Hand habe. Möglichst alle sollten zum Schreiben griffbereit sein.
Also lege ich mir erstmal auf dem PC oder Laptop einen neuen Ordner für mein neues Projekt an. Da rein kommen z.B. diese Unterordner:
In den Figuren- oder Charaktere-Ordner kommen alle möglichen Notizen und später längere Sammlungen zu den einzelnen Figuren. In den Plot-Ordner alle Dateien, die mit dem Aufbau und der Struktur der Geschichte zu tun haben, bei Recherche alle Artikel und Links, die ich für´s Schreiben zu dem Projekt brauche. “Doodle” ist für mich der Ausdruck für die Malereien, die ich mache, während ich telefoniere – also alles, was komplett spielerisch ist und ins Unreine gedacht, dazu alles, was in keinen der anderen Ordner passt.
Dazu fange ich noch an, ein Arbeits-Journal zu führen. Bevor ich an den eigentlichen Text gehe, schreibe ich erst mal, was mir gerade so durch den Kopf geht – oder was ich nicht vergessen darf.
Ah, noch etwas zu den Figuren und zur Recherche.
Ich mache mir für meine Bilder-Sammlung gerne einen Power-Point-Ordner für meine Fotos und alle Bilder, die ich im Internet oder sonstwo gefunden habe:
Auf den Power-Point-Folien kann man man Fotos wunderbar austauschen und herumschieben, finde ich.
Und was für die Hand natürlich:
Noch mehr Anregungen für´s Organisieren? Wie macht ihr es?
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Leser und Blogger Stephan Waldscheidt (www.schriftzeit.de) hat in einem Kommentar zu einem meiner Blogs über alte Komödien (Screwballs-Comedies) etwas sehr Richtiges gesagt:
“Das Schöne an Drehbüchern oder Filmen: Viele wichtige Marker im Text, wie etwa Wendepunkte, lassen sich in der im Vergleich zum Roman knapperen Form viel leichter erkennen. Gerade Hollywood-Filme gehorchen häufig den immer gleichen Mustern, die man so wunderbar erkennen kann.
Und wenn man bei einem guten Film noch was fürs eigene Schreiben lernt, umso besser.”
Ich sehe das genauso.
Deshalb hier ein paar weitere Links zu Quellen, wo man sich als Autor auch von Romanen ein paar neue Ideen holen kann:
Da ist zum einen die riesige Drehbuch-Plantage
Hier gibt es alles: Drehbücher von A-Z, das gleiche für TV-Drehbücher. Wer wissen will, wie “Two And A Half Men” oder “Alien” funktioniert, ist hier richtig. Die Formen sind verschieden: Oft erwischt man eine pdf.-Version eines Original-Scripts, manchmal hat sich “nur” jemand die enorme Arbeit gemacht, alles haarklein mitzuschreiben.
In Deutschland gibt es da leider nicht so viel.
http://www.zweitausendeins.de/catalogsearch/result/?q=drehbuch&cat=
hingewiesen. Bei Zweitauseneins gibt es z.B. eines der besten Bücher über´s Schreiben (nicht nur über das Schreiben von Filmen):
Christopher Voglers “Die Odyssee des Drehbuchschreibers”.
Vogler ist einer der Vertreter der Dramentheorie der “Reise des Helden” nach den Forschungen des Mythenforschers Joseph Campbell. Voglers absolut wissenswertes Buch gibt es leider nicht im normalen Buchhandel, deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, mal die Seite von Zweitausendeins zu besuchen.
Noch andere Tipps mit Seiten im Netz für Autoren, die Ihr geben würdet?
Neun Typen, um alle möglichen Menschen zu beschreiben? Das wäre ein bisschen dünn. Deswegen schreibe ich heute noch was zu der einen Sorte von Kombinationen, die einem als Autor beim Schreiben helfen können: Die Flügel und die Pfeile.
Erstmal zur Erinnerung: Das Enneagramm arbeitet mit neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern und ihren Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun” und gramma heißt “Modell”.
Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Sicht auf die Welt – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.
(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)
Damit ist es aber nicht zu Ende. Auf der Enneagramm-Abbildung sieht man lauter Linien, die einzelne Enneagramm-Typen miteinander verbinden.
Pfeile
Am auffälligsten sind die Pfeile: Jede Spitze des Enneagramms ist mit zwei anderen Spitzen verbunden – diese beiden Spitzen nennt man “Pfeile”. Es heißt, dass, wenn meine Figur als jeweiliger Typ entspannt ist, sie die positiven Eigenschaften der mit ihr verbundenen Typen annimmt. Jetzt kann man mit dem Finger auf die Reise gehen: Von der 1 zur 7 zur 5, zur 8, zur 2, zur 4 und zurück zur 1. Und von der 3 zur 6 zur 9 zur 3.
Die Enneagramm-Experten sagen das so: Die Eins (die Perfektionisten) “bewegt” sich zur Sieben (dem Abenteurer), die ewig enthusiastische Sieben zur ruhigeren Fünf (dem Beobachter) und so weiter. Man holt sich das, was normalerweise im Typ etwas unterrepräsentiert ist.
Das ist die positive Richtung. Gibt es Stress, kann die Figur auch in die andere Richtung gehen: Die Einser-Figur nimmt die negativen Eigenschaften der Vier (Eifersucht, sich Sorgen machen), dann der Zweier (Stolz) etc. an.
Flügel
Und es gibt die Flügel: Jeder Typ hat links und rechts von seinem Standpunkt auf dem Enneagramm ja einen anderen Typ. oft vermischt sich die Persönlichkeit mit den Eigenschaften des Nachpartypen.
Ein paar Beispiele:
(Foto:chiefalfredoblog)
John Wayne wird als Achter gesehen, der eher zur genusssüchtigen Neun herüberneigt – diese Achter werden “die Bären” genannt.
(Foto:commons-wikimedia.org)
Eine andere Achterin, Bette Davis, wird dagegen als “Maverick”, als Rebellin, eingeschätzt, weil sie eher in Richtung der abenteuerlustigen Sieben tendieren haben soll.
Was habt ihr schon mit diesen Kombinationen erlebt?
Ich finde ja am spannendsten, wenn ich mich hinsetze und die einzelnen Figuren kombiniere – darüber mehr das nächste Mal.
Willkommen zur kleinen Reihe mit dem Enneagramm. Autoren brauchen beim Schreiben manchmal ein paar Dinge, die sie schneller auf den Weg zu dreidimensionalen Figuren bringen. Das Enneagramm kann dabei helfen.
Kurz noch mal zur Erinnerung: Das Enneagramm arbeitet mit neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern und ihren Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.
Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Sicht auf die Welt – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.
(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)
Neuner wollen, dass alle gut miteinander auskommen und dass alles möglichst nett zugeht. Konflikte mögen sie überhaupt nicht. Sie mögen es auch nicht, wenn sie irgendwo Partei ergreifen sollen – selbst wenn es beim Eis um Schoko oder Vanille geht. Sie gehen immer mit dem Fluss, egal was das ist.
“Der” Neuner der Weltliteratur ist Oblomow im gleichnamigen Roman von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow: Ein Held, der den ganzen Tag im Bett liegt.
(Foto: culturall.de)
Ein Neuner, der sich erfolgreich seine Träume erfüllen konnte:
(Foto: filmofilia.com)
Filmemacher und “Star Wars”-Erfinder George Lucas.
Statt herauszubekommen, was sie wirklich mögen, sacken Neuner manchmal gerne ein bisschen vor derm Fernseher ab oder lassen es sich bei einem Brathähnchen oder mit einer Tüte Gummibärchen gut gehen – oder mit den Sachen, bei denen sie sich gut fühlen. Jeder kommt gut mit ihnen aus: Sie sind so gelassen und lässig, sie nehmen alles an… Neuner fühlen sich in fast jeder Gesellschaft wohl und lassen jeden das Gefühl haben, anerkannt und verstanden zu sein.
Eine Neunerin, die jeden Tag im Fernsehen zu besichtigen ist bei den “Simpsons”: Mutter Marge Simpson:
(Foto: schulportal.bremerhaven.de)
Der fatale Fehler der Neuner: die Faulheit.
Warum? Die Neuner möchten sich gerne einfach zurücklehnen – alles soll nett und gemütlich sein bitte. Nett und gemütlich reicht aber eben nicht – Neuner grausen sich davor, nicht ernst genommen zu werden. Da liegt bei ihnen auch gerne innerer Konflikt: Sie können sich meist nicht mit einem Eis und ein paar guten DVDs zurückzuziehen – so sehr ihre faule Seite das möchte…
Ein Neuner im Konflikt mit sich und seiner rauhen Umwelt ist die Neun James Stewart als Neuner-Sheriff Tom Destry in “Der große Bluff/Destry Rides Again”: Er soll in einer verruchten Westernstadt aufräumen – und erzählt doch viel lieber Geschichten …
(Foto:filmschoolrejects.com) James Stewart als 3. von links mit Marlene Dietrich
Aber man schaue gut hin bei den so lässigen Neunern: Eigentlich ist der lässige Sheriff ein verdammt guter Pistolenschütze – genauso wie Schauspieler James Stewart es sich nicht nehmen ließ, im Zweiten Weltkrieg aktiv als Pilot in der amerikanischen Luftwaffe zu dienen.
Stichwort fatal: Eine Neunerin ist vermutlich auch Shakespeares Desdemona, Ehefrau des eifersüchtigen Othello im gleichnamigen Stück:
Gibt es noch andere Neuner, die euch aufgefallen sind?
Willkommen zu Teil 9 der kleinen Enneagramm-Reihe.
Noch einmal kurz zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun”, gramma heißt “Modell”.
(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)
Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.
Heute sind die Achter dran. Die Achter kennt jeder Autor und man könnte meinen, beim Schreiben käme man fast nicht ohne sie aus. Achter sind ehrlich gesagt die Typen, die jede Leser oder Zuschauerin als Prototypen des Helden kennt:
(Foto: chiefalfredo.blog)
So ziemlich jede Rolle, die John Wayne je gespielt hat, war ein Achter.
Oder dieser Achter:
(Foto: portalestoria.net) Gerhard Schröder
Achter sind selbstbewusst und natürliche Führer. Sie sind der Boss. Sie sind es gewohnt, die Leitung zu übernehmen, etwas fertig zu bringen – und darauf zu achten, dass alle das Gleiche abbekommen. Wenn sie etwas wollen, dann bekommen sie es auch – dabei schauen sie immer noch nach denen, für die sie sich sorgen. Sie verteidigen die Schwachen – wie ein Sheriff im Wilden Westen. Sie sagen die Dinge klar heraus – und erwarten, dass andere es genauso machen – warum drumherum reden?
(Foto: commons.wikimedia.org) Bette Davis als Margo Channing, im Leben wie in All About Eve ein Achter
Es ist kein Wunder, dass sich unter großen Politikern so viele Achter finden:
(Foto: http://www.thenutgraph.com) Indira Ghandi
Zur Zeit des kalten Krieges standen sich in den 60er Jahren die beiden Achter Lyndon B. Johnson
(Foto:http://www.famous-people.info)
und Nikita Chrustchow gegenüber.
(Foto:de.academic.ru)
Achter haben, wie alle anderen Typen natürlich auch, ihre dunklen Seiten:
Da ist der Achter Batman (dessen Alter Ego, Bruce Wayne, eigentlich ein Fünfer ist):
und da ist der Schatten, Darth Vader:
Nichts geht über einen Achter als böser Gegner. Oder als treu sorgender Familienvater, der ein Pate ist:
(Foto: community.codemasters.com)
Don Vito Corleone aus Mario Puzos Der Pate/The Godfather), in der Verfilmung gespielt von Marlon Brando.
Der Fehler der Achter: Die Lust
Dabei geht es nicht darum, dass Achter jedem Rock/jeder Hose hinterherjagen. Es ist die Lust an der Macht, die Lust, alles unter Kontrolle zu haben. Achter wollen die Show am laufen halten und nur sie sollen die nötigen Knöpfe drücken.
Was macht so einem Achter meisten Angst? Verletzlich zu sein, ohne Macht.
Achter sagen auch gerne frei heraus, was sie meinen – wie Regisseur John Huston:
(Foto:paralax-view.org)
Huston drehte u.a. mit Humphrey Bogart die Filmklassiker “Der Schatz der Sierra Madre”, “Der Malteser Falke” und die “African Queen”.
1990 drehte Clint Eastwood den Film “Weißer Jäger, schwarzes Herz”, in dem er die Geschichte der Dreharbeiten zur “African Queen” in Afrika zeigt – mit sich selbst als John Huston:
(Foto: filmicability.blogspot.com)
Wer einen Achter bei der Arbeit sehen will, der kein Blatt vor den Mund nimmt, kann sich den Film mal vornehmen.
Noch mehr Ideen zu Achtern? Immer zu!
Willkommen zu Teil 4 meiner kleinen Enneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm, wenn man sich aufmacht, etwas zu schreiben? Ich bin manchmal ziemlich faul und manchmal will ich es, auch bei Figuren, ziemlich genau wissen. Menschen und damit auch Figuren kommen in allen Größen und Formen, mit ganz verschiedenen Eigenschaften – und mit bestimmten, ganz individuellen Fehlern.
Gerade die sind für Autoren von Interesse – sie bringen, na was wohl? Den Konflikt, den wir brauchen. Um sich Figuren auszudenken, gibt´s alle möglichen Dinge, die man sich einfallen lassen kann. Aber man muss ja, gerade bei Nebenfiguren, nicht immer gleich das Rad neu erfinden
.
Hilfe für Autoren, denen gerade aber so überhaupt nichts einfällt, bieten bestimmte Systeme.
In Teil 4 der Enneagramm-Serie sind die die Dreier dran, die Erfolgstypen und Macher, die Darsteller.
Noch einmal kurz etwas zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun”, gramma heißt “Modell”.
Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet. Das Folgende, wie auch die bisherigen Enneagramm-Typen, sind natürlich immer im Kontext gesehen. jeder Mensch ist darüberhinaus so verschieden wie wir alle.

































