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Joe Queenan von der englischen Zeitung Guardian hat unlängst den Finger auf die Wunde bei allen Autoren gelegt, die sich beim Schreiben mit den Errungenschaften des 21. Jahrhunderts in ihren Geschichten herumschlagen müssen:

“The movie plots that technology killed”, also: Film-Handlungen, die von der Technologie gekillt worden sind” heißt ein, zugegebenermaßen leicht ironischer Blick, auf alte Film-Plots, der auch gut für Romane gelten kann:

http://www.guardian.co.uk/film/2011/jul/28/technology-killed-film-plots-hollywood

Queenan fragt sich: Was würde heute mit der Handlung von “North By Northwest” (“Der unsichtbare Dritte”) von Alfred Hitchcock passieren? Die ganze Handlung, so Queenan, dreht sich darum, dass ein unschuldiger Werbe-Fachmann (gespielt von Cary Grant) von einer Gruppe von Dunkelmännern für einen Spion gehalten wird, den sie töten wollen.

Heute würde Cary einfach darauf verweisen, dass er in einer Firma auf der Madison Avenue arbeitet – und hier ist übrigens die Webadresse. Natürlich erkennen die bösen Jungs nach einem Blick auf ihre Smartphones ihren Irrtum, entschuldigen sich und ziehen vondannen. Undsoweiter und sofort. Madame Bovary und Effie Briest ließen sich doch heute einfach scheiden.

Im Ernst: Wo kommen heute noch Konflikte her? Jeder ist per Handy überall zu erreichen, jedermann samt Abifoto per Google oder auf Facebook aufsuchbar.

Aber es gibt sie natürlich noch die großen Konflikte. Wer sie richtig sucht, wird sie auch finden – oder?

Beim letzten Mal habe ich darüber geschrieben, wie leicht es passiert, dass wir beim Lesen oder Zuschauen Dinge hinterfragen, die uns da auf den Seiten eines Romans und in Kino oder Fernsehen entgegenkommen. (s. meinen letzten Blog:

http://autorencafe.com/2011/08/12/fehler-beim-schreiben-und-wie-man-sie-vermeiden-kann-die-rick-figur/

Hätte die Heldin nicht mit einem einzigen Telefonanruf das Missverständnis klären können, das uns jetzt die nächsten 100 Seiten an Konflikt einbringt (wohl eher der Autorin ;) )? Da sei man auf der Hut beim Schreiben.

Es gibt allerdings Dinge, da wollen wir glauben:

(Foto: filmfreek.de)

Mal ehrlich, wie blöd muss die kluge Reporterin Lois Lane sein, um nicht den Helden Superman in ihrem etwas tolpatschigen Kollegen Clark Kent zu erkennen? Wo soll es denn den Planeten Krypton geben, bitte?

(Foto: cineclub.de)

Und wie soll das bittschön funktionieren, dass ein Teenager, nachdem er von einer Spinne gebissen worden ist, plötzlich Wände hochklettern kann?

Hier funktioniert “suspension of disblief”, wie der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge es genannt hat: Man parkt einfach für eineinhalb Stunden oder für 400 Seiten seine Ungläubigkeit vor der Haustür. Wir möchten uns eben für die Dauer eines Romans oder eines Films nicht unseren Kunstgenuss durch schnöde Logik oder Wissenschaft verderben lassen.

Dann sei es eben so, dass Spidey senkrechte Wände hochklettern kann und Superman vom Krypton gekommen ist, um uns immer wieder zu retten. Und Lois hat eben die Augen verkleistert, weil sie in Superman verschossen ist.

Der stark wissenschaftlich aufgemachte Artikel bei Wikipedia namens “Willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit” ist hier zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Willentliche_Aussetzung_der_Ungl%C3%A4ubigkeit

(Foto: bbc.co.uk Mma Ramotswe (Jill Scott)  mit ihrem Nachbarn, dem Friseur)

Wie ist das, wenn eine Romanfigur, die man sehr gerne mag, plötzlich  im TV vor einem auftaucht? Ich habe gestern auf Arte die erste Folge von ” Eine Detektivin für Botswana” gesehen. Es ist die erste Folge der Verfilmung der Krimi-Reihe von Alexander McCall Smith.

Der Schotte, der lange Zeit in Afrika gelebt hat, lässt darin die patente Enddreißigerin Mma Ramotswe ihre Fälle mit viel Gelassenheit lösen. – und viel Herz für die Betroffenheit, ja manchmal auch für die Täter.

Es geht hier nicht so um rauchende Colt und dunkle Straßenecken – das geben die wunderbar knalligen Farben Botswanas gar nicht her – gut so. Die gestandene Mma Ramotswe regelt die Dinge auf ihre Art.

Wer sich übrigens gefragt hat, was der Autor und Regisseur Richard Curtis (“Notting Hill”, “Vier Hochzeiten und ein Todesfall” eigentlich so macht – er ist mit Autor und Regisseur Anthony Minghella (“Der englische Patient”, “die Vorleserin”) für diese Serie verantwortlich, die in England von der BBC ausgestrahlt wird.

Die Serie läuft noch bis zum 25. August Donnerstag um 20.15 Uhr – wiederholt wird sie jeweils am Freitag um 14.45 Uhr.

Mehr bei Arte:

http://www.arte.tv/de/4018764,CmC=4006924.html

Zu den Romanen von Alexander McCall Smith: Der erste Fall von Mma Ramotswe scheint auf Deutsch leider nur noch in Restexemplaren zu bekommen zu sein. Er heißt auf jeden Fall “Ein Krokodil für Mma Ramotswe: Der erste Fall der “No.1 Ladies’ Detective Agency” und war im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Schade, dass man da im Verlag die Fernsehserie verpennt hat. Das wäre eine Gelegenheit gewesen, die Bände mit neuen Covers wieder aufzulegen. Ich hasse nichts mehr, als in eine Reihe bei Band drei einzusteigen, oder? Die späteren Bände sind scheinbar noch erhältlich. Die englische Version ist auf jeden Fall zu bekommen:

The No. 1 Ladies’ Detective Agency

http://www.amazon.de/No-Ladies-Detective-Agency/dp/034911675X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1312526858&sr=8-

Es lohnt sich: McCall Smith hat mit Mma Ramotswe und ihren Freunden einzigartige Figuren geschaffen – gerade im ersten Band der Reihe habe ich mich selten gleichzeitig so amüsiert und mich gegruselt.


Genauso interessant wie Figuren sind Archetypen.

Manchmal lese ich Figuren in einem Roman, die wirken einfach flach, wie aus altem Papier ausgerissen.

Und dann begegnen mir wieder in einem ganz simplen Geschichte wie “Schlaflos in Seattle“ eine Figur, die ich witzig finde. (Ich werde hier im Blog vor allem auch Filmbeispiele benutzen, weil die schicht weiter bekannt sind).

(Foto: http://www.altfg.com)

Warum es in “Sleepless” komische Archetypen gibt, dazu mehr im nächsten Blog.

Manchmal treten sie wirklich nur für eine kurze Zeit auf, haben eine Szene. Und trotzdem sind sie wichtig.

Der Grund, warum diese Figuren bei uns so einen Eindruck, vielleicht auch nur unbewusst, hinterlassen: Sie sind sogenannte Archetypen.

Mehr dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Archetypus

Setze ich sie beim Schreiben in einer Geschichte ein, bekommt sie in jedem Fall mehr Tiefe.

Ein Archetyp ist erst zuerst einmal eine Rolle, die eine bestimmte Figur in einer Geschichte spielt. C.G. Jung sagte, Archetypen sind Teil des kollektiven Unbewussten http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektives_Unbewusstes, etwas, das alle Menschen gemeinsam haben, egal, aus welcher Kultur sie kommen.

Deshalb können wir sie als Autoren auch so gut gebrauchen. Es gibt einer Figur einen stärkeren Hintergrund und eine größere Bedeutung, als wenn es einfach nur eine alte Frau ist, die der Heldin einen Apfel mitgibt.

(Foto: fr-online.de)

Wer mehr über Archetypen erfahren will:

Damit haben sich z.B.

C.G. Jung http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung

und der Mythenforscher Joseph Campbell http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Campbell

befasst.

In loser Folge werde ich auf www.autorencafe .com ein bisschen über Archetypen bloggen.

Wo geht´s los?

Natürlich mit der Hauptfigur, dem Helden und der Heldin:

Held – Heldin

Mit ihr/ihm wollen wir uns als Leser identifizieren, mit seinen/ihren Stärken und Schwächen – und mit dem, was er oder sie lernt.

Hier möchte ich kurz sagen, dass für mich der Held/die Heldin nicht gleich jemand ist, der heldenhaft handelt – es ist für mich im weiteren einfach die Hauptfigur, die Protagonistin.

Und es gibt oft den Anti-Helden : z.B. Rick in Casablanca:

(Foto: doktormacro.com)

Rick ist nicht jung und schön, und er ruft auch nicht gleich: “Wo ist das Schwert für die nächste Aventiure!” Zunächst.

Noch Fragen und Vorschläge?

Willkommen  zur kleinen Reihe mit dem Enneagramm. Autoren brauchen beim Schreiben manchmal ein paar Dinge, die sie schneller auf den Weg zu dreidimensionalen Figuren bringen. Das Enneagramm kann dabei helfen.

Kurz noch mal zur Erinnerung: Das Enneagramm arbeitet mit neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern und ihren Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für „neun“, gramma heißt „Modell“.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Sicht auf die Welt  – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Neuner wollen, dass alle gut miteinander auskommen und dass alles möglichst nett zugeht. Konflikte mögen sie überhaupt nicht. Sie mögen es auch nicht, wenn sie irgendwo Partei ergreifen sollen – selbst wenn es beim Eis um Schoko oder Vanille geht. Sie gehen immer mit dem Fluss, egal was das ist.

“Der” Neuner der Weltliteratur ist Oblomow im gleichnamigen Roman von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow: Ein Held, der den ganzen Tag im Bett liegt.

(Foto: culturall.de)

Ein Neuner, der sich erfolgreich seine Träume erfüllen konnte:

(Foto: filmofilia.com)

Filmemacher und “Star Wars”-Erfinder George Lucas.

Statt herauszubekommen, was sie wirklich mögen, sacken Neuner manchmal gerne ein bisschen vor derm Fernseher ab oder lassen es sich bei einem Brathähnchen oder mit einer Tüte Gummibärchen gut gehen – oder mit den Sachen, bei denen sie sich gut fühlen. Jeder kommt gut mit ihnen aus: Sie sind so gelassen und lässig, sie nehmen alles an… Neuner fühlen sich in fast jeder Gesellschaft wohl und lassen jeden das Gefühl haben, anerkannt und verstanden zu sein.

Eine Neunerin, die jeden Tag im Fernsehen zu besichtigen ist bei den “Simpsons”: Mutter Marge Simpson:

(Foto: schulportal.bremerhaven.de)

Der fatale Fehler der Neuner: die Faulheit.

Warum? Die Neuner möchten  sich gerne einfach zurücklehnen – alles soll nett und gemütlich sein bitte. Nett und gemütlich reicht aber eben nicht – Neuner grausen sich davor, nicht ernst genommen zu werden. Da liegt bei ihnen auch gerne innerer Konflikt: Sie können sich meist nicht mit einem Eis und ein paar guten DVDs zurückzuziehen – so sehr ihre faule Seite das möchte…

Ein Neuner im Konflikt mit sich und seiner rauhen Umwelt ist die Neun James Stewart als Neuner-Sheriff Tom Destry in “Der große Bluff/Destry Rides Again”: Er soll in einer verruchten Westernstadt aufräumen – und erzählt doch viel lieber Geschichten …

(Foto:filmschoolrejects.com) James Stewart als 3. von links mit Marlene Dietrich

Aber man schaue gut hin bei den so lässigen Neunern: Eigentlich ist der lässige Sheriff ein verdammt guter Pistolenschütze – genauso wie Schauspieler James Stewart es sich nicht nehmen ließ, im Zweiten Weltkrieg aktiv als Pilot in der amerikanischen Luftwaffe zu dienen.

Stichwort fatal: Eine Neunerin ist vermutlich auch Shakespeares Desdemona, Ehefrau des eifersüchtigen Othello im gleichnamigen Stück:

Gibt es noch andere Neuner, die euch aufgefallen sind?

 

Kathrin Sebens

Willkommen zu Teil 9 der kleinen Enneagramm-Reihe.

Noch einmal kurz zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun”, gramma heißt “Modell”.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – er betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.

Heute sind die Achter dran. Die Achter kennt jeder Autor und man könnte meinen, beim Schreiben käme man fast nicht ohne sie aus. Achter sind ehrlich gesagt die Typen, die jede Leser oder Zuschauerin als Prototypen des Helden kennt:

(Foto: chiefalfredo.blog)

So ziemlich jede Rolle, die John Wayne je gespielt hat, war ein Achter.

Oder dieser Achter:

(Foto: portalestoria.net) Gerhard Schröder

Achter sind selbstbewusst und natürliche Führer. Sie sind der Boss. Sie sind es gewohnt, die Leitung zu übernehmen, etwas fertig zu bringen – und darauf zu achten, dass alle das Gleiche abbekommen. Wenn sie etwas wollen, dann bekommen sie es auch – dabei schauen sie immer noch nach denen, für die sie sich sorgen. Sie verteidigen die Schwachen – wie ein Sheriff im Wilden Westen. Sie sagen die Dinge klar heraus – und erwarten, dass andere es genauso machen – warum drumherum reden?

(Foto: commons.wikimedia.org) Bette Davis als Margo Channing, im Leben wie in All About Eve ein Achter

Es ist kein Wunder, dass sich unter großen Politikern so viele Achter finden:

(Foto: http://www.thenutgraph.com) Indira Ghandi

Zur Zeit des kalten Krieges standen sich in den 60er Jahren die beiden Achter Lyndon B. Johnson

(Foto:http://www.famous-people.info)

und Nikita Chrustchow gegenüber.

(Foto:de.academic.ru)

Achter haben, wie alle anderen Typen natürlich auch, ihre dunklen Seiten:

Da ist der Achter Batman (dessen Alter Ego, Bruce Wayne, eigentlich ein Fünfer ist):

und da ist der Schatten, Darth Vader:

Nichts geht über einen Achter als böser Gegner. Oder als treu sorgender Familienvater, der ein Pate ist:

(Foto: community.codemasters.com)

Don Vito Corleone aus Mario Puzos Der Pate/The Godfather), in der Verfilmung gespielt von Marlon Brando.

Der Fehler der Achter: Die Lust

Dabei geht es nicht darum, dass Achter jedem Rock/jeder Hose hinterherjagen. Es ist die Lust an der Macht, die Lust, alles unter Kontrolle zu haben. Achter wollen die Show am laufen halten und nur sie sollen die nötigen Knöpfe drücken.

Was macht so einem Achter meisten Angst? Verletzlich zu sein, ohne Macht.

Achter sagen auch gerne frei heraus, was sie meinen – wie Regisseur John Huston:

(Foto:paralax-view.org)

Huston drehte u.a. mit Humphrey Bogart die Filmklassiker “Der Schatz der Sierra Madre”, “Der Malteser Falke” und die “African Queen”.

1990 drehte Clint Eastwood den Film “Weißer Jäger, schwarzes Herz”, in dem er die Geschichte der Dreharbeiten zur “African Queen” in Afrika zeigt – mit sich selbst als John Huston:

(Foto: filmicability.blogspot.com)

Wer einen Achter bei der Arbeit sehen will, der kein Blatt vor den Mund nimmt, kann sich den Film mal vornehmen.

Noch mehr Ideen zu Achtern? Immer zu!

 

Kathrin Sebens

Willkommen zu Teil 4 meiner kleinen Enneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm, wenn man sich aufmacht, etwas zu schreiben? Ich bin manchmal ziemlich faul und manchmal will ich es, auch bei Figuren, ziemlich genau wissen. Menschen und damit auch Figuren kommen in allen Größen und Formen, mit ganz verschiedenen Eigenschaften – und mit bestimmten, ganz individuellen Fehlern. 
 
Gerade die sind für  Autoren von Interesse – sie bringen, na was wohl? Den Konflikt, den wir brauchen. Um sich Figuren auszudenken, gibt´s alle möglichen Dinge, die man sich einfallen lassen kann. Aber man muss ja, gerade bei Nebenfiguren, nicht immer gleich das Rad neu erfinden ;).
 
Hilfe für Autoren, denen gerade aber so überhaupt nichts einfällt, bieten bestimmte Systeme.
In Teil 4 der Enneagramm-Serie sind die die Dreier dran, die Erfolgstypen und Macher, die Darsteller.

Noch einmal kurz etwas zum Enneagramm: Es baut auf neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und ihre Beziehungen zueinander auf. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun”, gramma heißt “Modell”.

Nach dem Enneagramm hat jeder Mensch eine bestimmte Weltsicht – es betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter, dazu entsprechend wird dem Menschen dann eine der neun Zahlen zugeordnet.  Das Folgende, wie auch die bisherigen Enneagramm-Typen, sind natürlich immer im Kontext gesehen. jeder Mensch ist darüberhinaus so verschieden wie wir alle.

Willkommen zu Teil 8 der Eneagramm-Blog-Reihe. Warum gerade das Enneagramm als Arbeitsmittel für Autoren? Es gibt verdammt viele Wege, sich seinen Figuren schreibend zu nähern – die Typen des Enneagramms sind eine Spur dahin. Autorinnen wissen: Menschen und damit auch Figuren gibt es in allem möglichen Formen und Schattierungen – was sie meist interessant macht, sind ihre Fehler – und die beschreibt z.B. auch das Enneagramm ganz gut.

(Foto: enneagrammschule-tiemann.de)

Heute kommt der Typ des Siebeners dran: der Abenteurer, die Enthusiastische, die Vielseitige.

Siebener hungern geradezu nach neuen Erfahrungen und probieren alles aus. Sie interessieren sich für alles und überhaupt jeden, zumindest auf den ersten Blick.

Gwineth Paltrow als Emma Woodhouse in der Verfilmung des Jane-Austen-Romans Emma

(Foto:madamepickwickartblog.com)

Emma Woodhouse liebt es, die Personen in ihrer Umwelt zu verplanen – mit komisch bis tragischen Ergebnissen.

Genauso Cher, ihre Urenkelin in der Komödie Clueless von Regisseurin Amy Heckerling – Pitch: Emma in der (Beverly-Hills) Highschool:

(Foto: juliastelzner.de)

Alicia Silverstone in Clueless

Die Siebener lieben es, Dinge zu planen: den Urlaub, die neue Wohnung, was man alle so machen könnte… ähm, die Ausführung muss man ja nicht unbedingt selbst in die Hand nehmen, oder? Ein neuer Job? Aber sicher. Ein neues Restaurant ausprobieren? Immer! Umziehen? Aber klar! Sie lieben es, sich alle Optionen offen zu halten – sich auf etwas Bestimmtes festzulegen, ist nicht so ihre Sache. Sie haben Angst, in einer bestimmten Lebenssituation kleben zu bleiben – deshalb schauen sie meist auf die sonnige Seite des Lebens und bleiben schön beweglich.

Eine Sieben ist glücklich, wenn sie aktiv sein und neue Dinge erleben kann.

Siebener brauchen Selbstbewusstsein und Optionen. Sie vermeiden Langeweile, Trauer und emotionale Schmerzen.

Klassischer Siebener: Per Pan!

(Foto: biberacher-schützenfest)

Gespielt hat ihn  (als Erwachsenen) noch ein Siebener, nämlich Robin Williams:

(Foto: ifdb.lv)

Was Siebener drauf haben, sind Visionen – sie tun die Dinge auf neue Art.

(Foto:mobilfunktalk.de)

Zu was ein Siebener fähig ist, hat in den letzten Jahren immer wieder Steve Jobs bei Apple gezeigt – immer neue Ideen – die viel Spaß bringen.

Der fatale Fehler der Siebener: Unersättlichkeit.

Was heißt das? Siebener sind Abenteurer: Sie wollen jede nur mögliche neue Erfahrung erlebenen, immer wieder neue. Siebener hassen es, “eingesperrt zu  sein”. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Lebenssituation oder ein Gedankengebäude wie “gute Manieren”, “Kommunismus” oder Kehrwoche handelt. Deshalb gibt es bei ihnen immer Bewegung – sie tun alles, um sich nicht eingesperrt zu fühlen.

Hier noch zwei höchst attraktive Siebener:

(Foto: abc.ah-68) Cary Grant

und George Clooney:

(Foto: gofeminin.de)

Autorinnen wissen, was sie an den Siebenern haben – Siebener mischen immer wieder Romanhandlungen auf:

(Foto: en.wikipedia.org)

Da ist  die flippige Hundetrainerin Muriel aus dem Roman Die Reisen des Mr. Leary/The Accidental Tourist von Anne Tyler, die die apatische Hauptfigur aus ihrer Trauer zieht. Darstellerin  Gena Davis bekam für ihre Rolle in der Romanverfilmung damals einen Oscar.

Oder die scheinbar hohle Elle Woods aus Amanda Browns Natürlich Blond/Legally Blonde, die es als Juristin allen zeigt – in pink.

Foto: wikimedia.org)

Reese Witherspoon als Elle Woods in Legally Blonde.

Konflikte dieser ganz speziellen Siebener mit autokratischen Einsern oder ängstlichen Sechsern sind vorprogrammiert – und machen natürlich richtig Spaß!

Habt ihr noch Ideen zu den Siebenern? Immer zu!

 

Kathrin Sebens


Manchmal bin ich einfach auf der Suche nach Ideen oder ein paar neuen Schreibtipps. Da ist es immer gut, auf das wundervolle Blog von Scott Myers – www.gointotheStory.com

zu gehen. Myers ist ein altgedienter Drehbuchautor und gibt seit Langem an der University of North Carolina-Chapel Hill und an der UCLA Extension Schreibkurse.

Ich bin der Meinung, von Drehbuchautoren kann eine Buchautorin immer noch was lernen. Scott Myers macht in regelmäßigen Abständen eine kleine Drehbuch-Vorlesung (das Lesen ist einem hier selbst überlassen :).

Auf www.gointothestory.com gibt Myers diesmal die Links zum kostenlosen Download der  Drehbücher für ein paar Klassiker der romantischen Komödie.

Tag 1 ist Pretty Woman von J.F. Lawton gewidmet:

http://bit.ly/9M7y1y

Wer Pretty Woman noch nicht kennt, hier ist die Kurzzusammenfassung:

Ein Mann, der viel Geld damit macht, andere Stücke zu kaufen und zuzerstören, braucht für ein soziales Event eine Begleitung und mietet dafür eine schöne Prostituierte, die er getroffen hat … und verliebt sich in sie.

(Foto:boerse.bz)

Bei Tag 2 geht es um Love Actually von Richard Curtis: http://bit.ly/cjh8Kp

Love Actually / Tatsächlich Liebe folgt dem Leben von acht sehr unterschiedlichen Paaren – ihre Liebesgeschichten sind lose verbunden im verrückten vorweihnachtlichen London.

(Foto:myspace.com)

Und bei Tag 3 gibt es den Drehbuch-Download-Link zu einer der ersten romantischen Komödien: It Happened One Night mit Claudette Colbert und Clark Gable. http://bit.ly/drZqYX

(Foto: http://www.kultur-online.net)

Kurzusammenfassung: Eine verzogene Erbin läuft von ihrer Familie weg, um einen Playboy zu heiraten. Sie bekommt Hilfe von einem Mann, der in Wirklichkeit ein Reporter ist, der eine Riesengeschichte wittert – sich dann aber in sie verliebt.

Das lohnt sich auch heute noch -oder was meint ihr?

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