Beim letzten Mal habe ich darüber geschrieben, wie leicht es passiert, dass wir beim Lesen oder Zuschauen Dinge hinterfragen, die uns da auf den Seiten eines Romans und in Kino oder Fernsehen entgegenkommen. (s. meinen letzten Blog:

http://autorencafe.com/2011/08/12/fehler-beim-schreiben-und-wie-man-sie-vermeiden-kann-die-rick-figur/

Hätte die Heldin nicht mit einem einzigen Telefonanruf das Missverständnis klären können, das uns jetzt die nächsten 100 Seiten an Konflikt einbringt (wohl eher der Autorin ;) )? Da sei man auf der Hut beim Schreiben.

Es gibt allerdings Dinge, da wollen wir glauben:

(Foto: filmfreek.de)

Mal ehrlich, wie blöd muss die kluge Reporterin Lois Lane sein, um nicht den Helden Superman in ihrem etwas tolpatschigen Kollegen Clark Kent zu erkennen? Wo soll es denn den Planeten Krypton geben, bitte?

(Foto: cineclub.de)

Und wie soll das bittschön funktionieren, dass ein Teenager, nachdem er von einer Spinne gebissen worden ist, plötzlich Wände hochklettern kann?

Hier funktioniert “suspension of disblief”, wie der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge es genannt hat: Man parkt einfach für eineinhalb Stunden oder für 400 Seiten seine Ungläubigkeit vor der Haustür. Wir möchten uns eben für die Dauer eines Romans oder eines Films nicht unseren Kunstgenuss durch schnöde Logik oder Wissenschaft verderben lassen.

Dann sei es eben so, dass Spidey senkrechte Wände hochklettern kann und Superman vom Krypton gekommen ist, um uns immer wieder zu retten. Und Lois hat eben die Augen verkleistert, weil sie in Superman verschossen ist.

Der stark wissenschaftlich aufgemachte Artikel bei Wikipedia namens “Willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit” ist hier zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Willentliche_Aussetzung_der_Ungl%C3%A4ubigkeit

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