Im Kommentar von Nitya klang etwas sehr Wichtiges an, das eine Figur mit Hilfe des Enneagramms für´s Schreiben interessant machen kann:
(Foto: barbie-ken-kwick.de)
Ken und Barbie sind so schön voll kommen, wozu braucht meine Figur denn da Fehler? Es ist der Konflikt, Mädels
.
Nitya schrieb: “Aus spiritueller Sicht geht es in allen neun Ausformungen immer um dasselbe: Wie vermeide ich die Erkenntnis meines ursprünglichen Seins?”
Es muss gar nicht mal so spirituell werden für Autoren. Mit dem Fehler kann die Figur schön nett in ihrer Komfortzone bleiben. Dreier schwindeln gern ein bisschen (oder auch mehr), um ihr Image aufrecht zu erhalten und Vierer tun manchmal alles, um ihre Vision am Leben zu erhalten oder das, was sie für die Wirklichkeit halten.
Und da liegt die Möglichkeit, viel Konflikt zu holen. Der Fehler wird diese Figur auch an ihren tiefsten Punkt führen. Die tragische Figur wird sich nicht ändern und untergehen, die anderen Figuren machen im Verlauf des Stoffs gewisse Änderungen durch.
Deswegen wird aus einem Schweinsbeutel kein Seidentäschchen, aber die Veränderung wird spürbar sein.


2 Kommentare
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19. Januar 2011 um 15:21
Stephan Waldscheidt
Mit diesen Typen als Vorlage kann dann der Autor leicht noch einen Schritt weiter zu spannenden Konflikten gehen: Stecke inkompatible Typen so zusammen, dass sie nicht wegkönnen (was James N. Frey den “Schmelztiegel” nennt) und lass sie versuchen, das Handlungsschema durchzusetzen, das ihrem Typ entspricht.
22. Januar 2011 um 13:37
Kathrin Sebens
Genau. Deshalb z.B. die Mordfälle bei Agatha Christie: in einem abgelegenen alten Haus, auf einer Insel etc. Es fördert die Konflikte, wenn die Figuren nicht einfach das Weite suchen können. Je weiter die Kommunikation greift, deto schwerer haben wir es mit dieser Art äußerer Konflikte. Da muss dann im schottischen Highland-Tal eben kein Handyempfang möglich sein, damit es etwas konfliktreicher wird. Von den inneren Konflikten mal ganz abgesehen…